End of Runway Logistics: Lager am Luftfracht-Hub
End of Runway Logistics: was Lager direkt am Luftfracht-Drehkreuz leisten, welche Güter dort liegen und warum späte Cut-off-Zeiten möglich werden.
End of Runway Logistics: was Lager direkt am Luftfracht-Drehkreuz leisten, welche Güter dort liegen und warum späte Cut-off-Zeiten möglich werden.
End of Runway Logistics ist eine Bezeichnung aus der Luftfracht- und Ersatzteillogistik für Lager- und Distributionsflächen in unmittelbarer Nähe eines Luftfracht-Drehkreuzes. Zeitkritische Teile liegen dort so nah am Flugnetz, dass späte Bestellannahmeschlüsse und frühe Zustellungen möglich werden. Ein gesetzlich oder normativ definierter Begriff ist es nicht.
End of Runway Logistics, abgekürzt EOR, heißt wörtlich „Logistik am Ende der Startbahn“. Gemeint sind Lager, die so nah an einem Luftfracht-Drehkreuz liegen, dass Ware ohne längeren Vorlauf in das Flugnetz eingespeist werden kann. Der Begriff stammt aus der englischsprachigen Praxis von Logistikdienstleistern und Expressnetzen und ist kein fest definierter Fachbegriff.
Ein End-of-Runway-Lager muss nicht direkt auf dem Vorfeld liegen. Entscheidend ist der kurze Weg zum Hub des Netzbetreibers. Ein solcher Standort kann auf dem Flughafengelände oder in dessen Nähe liegen. Allgemeiner spricht man im Deutschen von flughafennahen Lagern oder Flughafenlogistik.
Das Prinzip verbindet Lagerhaltung mit einem Luftfrachtnetz nach dem Hub-and-Spoke-Prinzip:
So lassen sich spätere Cut-off-Zeiten und frühere Zustellungen erreichen als von einem Lager, das weiter entfernt liegt.
Das Modell eignet sich für hochwertige oder dringend benötigte Teile, bei denen die Lieferzeit wichtiger ist als die Frachtkosten. Das können etwa Ersatzteile sein, deren Fehlen eine Anlage oder Maschine stillstehen lässt. In der Luftfahrt spricht man bei einem Flugzeug, das wegen eines fehlenden Teils nicht starten kann, von AOG (Aircraft on Ground).
Neben der Lagerung können solche Standorte Mehrwertdienste anbieten, etwa Reparatur, Konfiguration, Kitting oder Merge in Transit, also das Zusammenführen von Teillieferungen zu einer Sendung.
Vorteile:
Nachteile:
Ein Luftfrachtterminal dient dem Umschlag: Sendungen werden angenommen, aufgebaut und verladen, aber nicht dauerhaft gelagert. Es funktioniert ähnlich wie ein Umschlagslager. Ein End-of-Runway-Lager hält dagegen einen Bestand vor, aus dem bei Bedarf geliefert wird. Für Ware aus Drittländern kann dieser Bestand unverzollt in einem Zolllager geführt werden, sofern die Bewilligung vorliegt.
Für Speditionen ist der Unterschied in der Disposition wichtig: Ein Auftrag aus einem End-of-Runway-Lager hat eine feste Abflugzeit, an der sich Abholung, Kommissionierung und Übergabe ausrichten. Bei Express- und Direktkuriersendungen ist dieser Zeitpunkt der kritische Punkt der ganzen Kette.
Wörtlich „Ende der Startbahn“. In der Logistik bezeichnet es Lager, die nah an einem Luftfracht-Drehkreuz liegen und zeitkritische Ware direkt in das Flugnetz einspeisen.
AOG steht für Aircraft on Ground. Ein Flugzeug kann wegen eines Defekts oder eines fehlenden Teils nicht eingesetzt werden. Die Beschaffung des Ersatzteils hat dann höchste Priorität.
Nein. Der Begriff ist nicht fest definiert. Entscheidend ist der kurze Weg zum Drehkreuz des Netzbetreibers. Ein solcher Standort kann auch in der Nähe des Flughafens liegen.