Kühlcontainer (Reefer): Technik, Strom und PTI
Kühlcontainer (Reefer): Aufbau mit Kühlaggregat, Temperaturbereiche, Stromversorgung über Reefer-Anschluss und Genset sowie Pre-Trip-Inspection.
Kühlcontainer (Reefer): Aufbau mit Kühlaggregat, Temperaturbereiche, Stromversorgung über Reefer-Anschluss und Genset sowie Pre-Trip-Inspection.
Ein Kühlcontainer, auch Reefer genannt, ist ein wärmegedämmter ISO-Container mit eigenem Kühlaggregat, der eine eingestellte Temperatur während des gesamten Transports hält. Er wird für Kühlgut wie Obst, Fleisch, Fisch oder Arzneimittel eingesetzt und braucht auf dem Schiff, im Terminal und auf dem Lkw eine externe Stromversorgung.
Ein Kühlcontainer ist ein wärmegedämmter Container mit integriertem Kühlaggregat. In der Seefracht heißt er auch Reefer oder Reefer-Container, abgeleitet vom englischen refrigerated container. Das Aggregat sitzt an der Stirnseite gegenüber den Türen und hält die Temperatur, die der Verlader vorgibt (Sollwert oder Setpoint). Kühlcontainer gibt es zum Beispiel als 20-Fuß-Container und als 40-Fuß-High-Cube. Wegen der Isolierung sind die Innenmaße kleiner als bei einem Standardcontainer gleicher Länge.
Abzugrenzen sind drei Bauformen:
Das Aggregat saugt die Luft unter der Decke des Containers an, kühlt oder erwärmt sie und bläst sie am Boden wieder ein. Der Boden besteht aus T-förmigen Profilschienen, dem sogenannten T-Floor. Zwischen den Schienen strömt die Luft unter der Ladung entlang und steigt durch sie nach oben. Damit das funktioniert, wird die Ware nicht höher als bis zur roten Ladelinie (Red Line) an den Seitenwänden gestaut, und die Luftkanäle im Boden bleiben frei. Ein Kühlcontainer kann auch heizen, etwa um frostempfindliche Güter im Winter zu schützen.
Wichtig für die Praxis: Das Aggregat ist dafür ausgelegt, eine Temperatur zu halten, nicht dafür, warme Ware herunterzukühlen. Die Ware wird deshalb vorgekühlt und mit der Solltemperatur verladen.
Welchen Temperaturbereich ein Reefer abdeckt, steht in den Angaben zum jeweiligen Containertyp. Für besonders tiefe Temperaturen gibt es Super-Freezer-Container. Der Sollwert richtet sich nach der Ware:
Für frisches Obst und Gemüse wird zusätzlich die Lüftung eingestellt. Über eine Frischluftklappe tauscht das Aggregat Luft aus, damit sich Gase aus dem Reifeprozess nicht anreichern. Temperatur und Lüftung gibt der Verlader vor. Mehr zu Temperaturbereichen und Kühlkette steht unter Kühlgut.
Bei Controlled Atmosphere (CA) regelt der Container neben der Temperatur auch den Anteil von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Luft. Ein niedriger Sauerstoffanteil verlangsamt Atmung und Reifung von Obst und Gemüse. Dadurch lassen sich empfindliche Früchte auch über längere Seestrecken befördern. CA-Container sind Sonderequipment und müssen bei der Buchung ausdrücklich angefragt werden.
Ein integrierter Reefer braucht während der gesamten Transportkette Strom. Auf dem Schiff und im Terminal wird er an Reefer-Anschlüsse (Reefer-Plugs) angeschlossen, die Terminals halten dafür eigene Stellplätze bereit. Im Vorlauf und Nachlauf auf der Straße übernimmt ein Genset die Versorgung, also ein Stromaggregat aus Dieselmotor und Generator. Es gibt zwei Bauarten:
Ob ein Genset nötig ist, hängt von der Ware, der Fahrtdauer und der Außentemperatur ab.
Bevor ein leerer Kühlcontainer an den Verlader herausgegeben wird, durchläuft er im Depot eine Pre-Trip-Inspection (PTI). Geprüft wird, ob das Aggregat den geforderten Sollwert erreicht und hält, ob Sensoren und Alarme funktionieren und ob Türdichtungen und Innenraum in Ordnung sind. Während der Fahrt zeichnet der Controller des Aggregats die Temperaturen auf. Zusätzlich gibt es Fernüberwachung, bei der Temperatur und Alarme laufend übertragen werden. Für Arzneimittel verlangen die EU-Leitlinien für die gute Vertriebspraxis (GDP), dass die Einhaltung der Lagerbedingungen auch während des Transports nachweisbar ist.
Für die Spedition beginnt die Kühlkette bei der Auftragserfassung. Ein Transportauftrag über einen Reefer braucht mehr Angaben als ein Auftrag über einen Standardcontainer:
Ein fehlendes Minuszeichen kann die gesamte Ladung gefährden. Die Werte sollten deshalb unverändert ins TMS übernommen und vor der Freigabe geprüft werden. GM-DocuStream liest Aufträge aus PDF-Anhängen, Excel-Listen und E-Mail-Texten, gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und legt jeden Auftrag dem Disponenten zur Prüfung und Freigabe vor, bevor er per API oder als Datei an das TMS übergeben wird.
Es gibt keinen. Reefer ist die englische Kurzform für refrigerated container und wird in der Seefracht gleichbedeutend mit Kühlcontainer verwendet.
Der Verlader gibt Solltemperatur und Lüftung bei der Buchung vor. Die Reederei oder das Depot stellt das Aggregat vor der Herausgabe entsprechend ein. Bei der Übernahme sollte der Fahrer die Anzeige am Controller mit den Auftragsdaten abgleichen.
Dafür gibt es keinen allgemeinen Wert. Es hängt von Ware, Außentemperatur, Isolierung und Beladung ab. Unterbrechungen der Stromversorgung, etwa beim Umsetzen im Terminal, werden deshalb so kurz wie möglich gehalten.
Ja. Kühlcontainer werden auch stationär als zusätzlicher Kühlraum auf Betriebsgeländen eingesetzt, gekauft oder gemietet. Voraussetzung ist ein passender Stromanschluss.