Lieferqualität: Kennzahlen und Lieferflexibilität
Lieferqualität in der Logistik: Bestandteile des Lieferservice, Kennzahlen wie Schadensquote, OTIF und Perfect Order Rate, Lieferflexibilität.
Lieferqualität in der Logistik: Bestandteile des Lieferservice, Kennzahlen wie Schadensquote, OTIF und Perfect Order Rate, Lieferflexibilität.
Lieferqualität ist die Übereinstimmung einer Lieferung mit den vereinbarten Anforderungen an Art, Menge und Zustand der Ware. Sie ist neben Lieferzeit, Lieferzuverlässigkeit, Lieferflexibilität und Lieferinformation ein Bestandteil des Lieferservice und wird über Kennzahlen wie Schadensquote, Fehllieferungsquote oder Perfect Order Rate gemessen.
Lieferqualität beschreibt, ob eine Lieferung in Art, Menge und Zustand dem entspricht, was mit dem Kunden vereinbart wurde. Eine Lieferung ist dann einwandfrei, wenn die richtige Ware in der bestellten Menge unbeschädigt und mit korrekten Begleitpapieren beim Empfänger ankommt. In der Fachliteratur wird dafür auch der Begriff Lieferbeschaffenheit verwendet.
Lieferqualität ist nicht dasselbe wie Produktqualität. Ob ein Artikel fehlerfrei hergestellt wurde, ist eine Frage der Produktion. Die Lieferqualität betrifft die logistische Leistung: richtige Ware, richtige Menge, unbeschädigter Zustand, vollständige Dokumente. Die Pünktlichkeit wird als eigene Größe betrachtet, die Lieferzuverlässigkeit.
Die Lieferqualität ist ein Teil des Lieferservice. Eine verbreitete Gliederung in der Logistikliteratur unterscheidet fünf Komponenten:
Die Komponenten hängen zusammen. Eine pünktliche Lieferung mit beschädigter Ware ist ebenso ein Servicemangel wie eine vollständige Lieferung, die zu spät kommt.
Für die Messung werden die Lieferungen eines Zeitraums gezählt und die fehlerhaften Fälle ins Verhältnis zur Gesamtzahl gesetzt. Gebräuchliche Kennzahlen sind:
Wichtig ist eine klare Definition vor der Messung. Festzulegen ist, was als Schaden, als Fehlmenge oder als pünktlich gilt und welche Datenquelle zählt, etwa der Abliefernachweis mit den Vermerken des Empfängers. Zielwerte hängen von Ware, Branche und Vertrag ab und werden zwischen den Partnern vereinbart.
Lieferflexibilität ist die Fähigkeit eines Lieferanten oder Logistikdienstleisters, auf Kundenwünsche und kurzfristige Änderungen einzugehen, ohne dass Termintreue und Lieferqualität leiden. Dazu gehören geänderte Liefertermine oder Zeitfenster, geänderte Mengen, abweichende Lieferorte und besondere Anforderungen an die Zustellung, etwa eine Avisierung oder ein bestimmter Fahrzeugtyp.
Für die Lieferflexibilität gibt es keine so eindeutige Kennzahl wie für die Termintreue. Unternehmen messen sie zum Beispiel über den Anteil umgesetzter Änderungswünsche an allen Änderungswünschen oder über die Zeit zwischen dem Eingang einer Änderung und ihrer Umsetzung. Flexibilität und Qualität stehen dabei in einem Spannungsverhältnis: Jede kurzfristige Änderung ist eine zusätzliche Fehlerquelle.
Qualitätsmängel entstehen nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Auftragsabwicklung und an Schnittstellen. Ansatzpunkte sind:
Kommen Aufträge per E-Mail, als PDF oder als Excel-Liste, können beim Abtippen Fehler entstehen. GM-DocuStream liest solche Aufträge aus, gleicht Adressen mit den Stammdaten des TMS ab und übergibt sie nach Prüfung und Freigabe durch den Disponenten an das TMS.
Eine Stückgutspedition wertet jeden Monat ihre Schadensmeldungen und Reklamationen aus. Dabei zeigt sich, dass sich beschädigte Packstücke bei Sendungen über einen bestimmten Umschlagpunkt häufen. Die Spedition prüft dort die Abläufe beim Verladen, schult die Mitarbeiter und lässt Packstücke an dieser Stelle zusätzlich scannen. In den folgenden Monaten wird beobachtet, ob die Schadensquote für diese Relation sinkt.
Die Liefertreue misst, ob der zugesagte Termin eingehalten wurde. Die Lieferqualität misst, ob die richtige Ware in der richtigen Menge unbeschädigt und mit korrekten Papieren angekommen ist. Beide sind Bestandteile des Lieferservice und werden getrennt erfasst.
Die Perfect Order Rate ist der Anteil der Aufträge, die ohne jeden Fehler abgewickelt wurden: pünktlich, vollständig, unbeschädigt und mit korrekten Dokumenten. Ein Auftrag, der nur eine dieser Bedingungen verfehlt, zählt nicht als perfekt.
OTIF steht für On Time In Full und bezeichnet den Anteil der Lieferungen, die pünktlich und vollständig beim Empfänger ankommen. Den Zustand der Ware und die Dokumente erfasst diese Kennzahl nicht.
Eine einheitliche Kennzahl gibt es nicht. Verwendet werden zum Beispiel der Anteil umgesetzter Änderungswünsche und die Reaktionszeit zwischen dem Eingang einer Änderung und ihrer Umsetzung.