Logistik lexikon

Dieselzuschlag: Dieselfloater, Index und Berechnung

Dieselzuschlag im Transport: wie eine Dieselfloater-Klausel funktioniert, welcher Index als Basis dient und wie der Zuschlag berechnet wird.

Der Dieselzuschlag ist ein variabler Aufschlag auf die Fracht, mit dem Transportunternehmen Schwankungen der Kraftstoffkosten an ihre Kunden weitergeben. Grundlage ist eine vertraglich vereinbarte Dieselfloater-Klausel. Sie koppelt den Zuschlag an einen veröffentlichten Dieselpreis und legt fest, ab welcher Veränderung er steigt oder sinkt.

Was ist ein Dieselzuschlag?

Der Dieselzuschlag ist ein variabler Aufschlag auf die Fracht, mit dem Transportunternehmen Schwankungen der Kraftstoffkosten an ihre Kunden weitergeben. Die vereinbarte Grundfracht bleibt unverändert, nur der Zuschlag folgt der Entwicklung des Dieselpreises. Gängige Bezeichnungen sind auch Treibstoffzuschlag, Kraftstoffzuschlag, Dieselfloater oder englisch Fuel Surcharge.

Einen gesetzlichen Dieselzuschlag gibt es nicht. Er gilt nur, wenn er vereinbart ist, zum Beispiel im Frachtvertrag, in einem Rahmenvertrag, in Preislisten oder in einbezogenen Geschäftsbedingungen. Die Regelung dazu heißt Dieselfloater-Klausel, Dieselgleitklausel oder Dieselpreisgleitklausel.

Wie funktioniert eine Dieselfloater-Klausel?

Eine Dieselfloater-Klausel legt fest, wie sich der Zuschlag an den Dieselpreis anpasst. Sie kann diese Bestandteile enthalten:

  • Referenzquelle: der veröffentlichte Dieselpreis oder Index, auf den sich die Klausel bezieht
  • Basiswert: der Indexstand, der der Frachtkalkulation zugrunde liegt, etwa der Wert bei Vertragsabschluss
  • Stufen: Der Zuschlag ändert sich in festen Schritten, wenn der Index um einen vereinbarten Wert vom Basiswert abweicht. Kleine Schwankungen innerhalb einer Stufe bleiben ohne Wirkung.
  • Anpassungszeitraum: zum Beispiel monatlich oder wöchentlich, auf Basis eines zurückliegenden Bezugszeitraums
  • Bemessungsgrundlage: etwa ein Prozentsatz auf die Nettofracht. Zu regeln ist, ob Nebenkosten und Maut einbezogen sind.
  • Richtung: ob der Zuschlag nur steigt oder bei sinkendem Dieselpreis auch fällt

Welcher Index dient als Basis für den Dieselzuschlag?

Damit beide Seiten den Zuschlag nachprüfen können, beziehen sich Klauseln auf öffentlich zugängliche Preisreihen. In Deutschland kommt dafür zum Beispiel die Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts zu den Preisen für ausgewählte Mineralölerzeugnisse in Betracht, insbesondere der Preis für Dieselkraftstoff bei Abgabe an Großverbraucher. Ebenso können andere veröffentlichte Dieselpreisreihen vereinbart werden. Wichtig ist, dass Quelle, Basiswert und Bezugsmonat eindeutig im Vertrag stehen.

Wie wird der Dieselzuschlag berechnet?

Nach einer solchen Klausel läuft die Berechnung in diesen Schritten ab:

  1. Der aktuelle Indexwert des Bezugszeitraums wird ermittelt.
  2. Die Abweichung vom Basiswert wird festgestellt, etwa in Prozent.
  3. Aus der Stufentabelle ergibt sich der Zuschlagssatz, der dieser Abweichung zugeordnet ist.
  4. Dieser Satz wird im Abrechnungszeitraum auf die Nettofracht jedes Auftrags aufgeschlagen.

Auf der Rechnung kann der Dieselzuschlag als eigene Position ausgewiesen werden. Wird ein Komplettpreis "inklusive Diesel" vereinbart, fällt kein gesonderter Zuschlag an. Der Transportunternehmer trägt dann das Preisrisiko selbst.

Was ist der Unterschied zwischen Dieselzuschlag, Maut und Bunkerzuschlag?

Der Dieselzuschlag gleicht nur Kraftstoffkosten im Straßengüterverkehr aus. Die Lkw-Maut ist ein eigener Kostenblock, der nach Strecke, Fahrzeug und Emissionsklasse anfällt und gesondert berechnet werden kann. In der Seefracht übernimmt der Bunkerzuschlag (Bunker Adjustment Factor, BAF) die Rolle des Dieselzuschlags und bezieht sich auf den Preis für Schiffskraftstoff. In der Luftfracht können Fluggesellschaften und Spediteure einen eigenen Treibstoffzuschlag erheben.

Wie wird der Dieselzuschlag im TMS abgerechnet?

In Speditionen kann der Dieselzuschlag im Transport Management System (TMS) oder in der Fakturierung hinterlegt werden. Je Kunde oder Tarif lässt sich festlegen, welche Klausel gilt. Der jeweils gültige Satz wird eingepflegt und bei der Abrechnung auf die Fracht aufgeschlagen. Dieselbe Logik kann in umgekehrter Richtung gegenüber Frachtführern und Subunternehmern gelten, etwa im Gutschriftverfahren.

Fehler können schon beim Auftragseingang entstehen. Steht im Transportauftrag ein Pauschalpreis inklusive Diesel, darf der Zuschlag nicht zusätzlich berechnet werden. Deshalb sollte bei der Auftragserfassung klar vermerkt sein, ob der vereinbarte Preis den Dieselzuschlag enthält oder nicht.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Dieselzuschlag aktuell?

Einen allgemein gültigen Wert gibt es nicht. Basiswert, Stufen und Zuschlagssätze ergeben sich aus der jeweiligen Klausel. Maßgeblich ist die Klausel im eigenen Vertrag.

Ist ein Dieselzuschlag rechtlich zulässig?

Ja, wenn er wirksam vereinbart ist. Die Klausel sollte klar regeln, auf welchen Index sie sich bezieht, welcher Basiswert gilt und wie der Zuschlag berechnet wird. Ohne Vereinbarung kann ein Transportunternehmen nicht einseitig einen Dieselzuschlag verlangen.

Sinkt der Dieselzuschlag, wenn Diesel billiger wird?

Das hängt von der Klausel ab. Wirkt die Klausel in beide Richtungen, geht der Zuschlag bei sinkendem Index zurück und kann im Extremfall entfallen. Sieht sie nur Erhöhungen vor, sinkt er nicht. Das sollte vor Vertragsschluss geprüft werden.

Wird der Dieselzuschlag auf die Maut berechnet?

Das regelt der Vertrag. Bezieht sich der Prozentsatz nur auf die Nettofracht, wird die Maut als eigene Position ohne Zuschlag abgerechnet. Fehlt eine Regelung, kann es bei der Rechnungsprüfung zu Streit kommen.

Herausgeber: MHV Systems GmbH · Walldorf

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