Logistik lexikon

Fracht: Definition, Arten und Bedeutung in der Logistik

Fachartikel: Fracht – Das Herzstück der Transportlogistik

In der Logistikwelt ist der Begriff Fracht allgegenwärtig, wird jedoch oft unterschiedlich verwendet. Im Kern bezeichnet die Fracht zwei wesentliche Aspekte: Zum einen das Frachtgut (die physische Ware, die transportiert wird) und zum anderen das Frachtentgelt (die Vergütung, die für den Transport gezahlt wird). Diese begriffliche Doppelrolle macht deutlich, wie eng Ware und wirtschaftliche Leistung in der Logistik miteinander verknüpft sind. Ob es sich um Rohstoffe in einem Massengutfrachter, hochwertige Elektronik in der Luftfracht oder Palettenware im LKW handelt – die Fracht ist das Objekt, um das sich alle Prozesse der Supply Chain drehen.

Funktionsweise & Details: Unterscheidung nach Verkehrsträgern

Die Art der Fracht bestimmt maßgeblich, welche Transportmittel, Verpackungen und rechtlichen Rahmenbedingungen gewählt werden. In der Praxis wird die Fracht oft nach dem Verkehrsträger kategorisiert.

Die wichtigsten Frachtarten

  • Seefracht: Ideal für große Mengen und schwere Güter über lange Distanzen. Hier dominieren FCL (Full Container Load) und LCL (Less than Container Load).
  • Luftfracht: Die erste Wahl für zeitkritische oder besonders hochwertige Güter, bei denen Schnelligkeit wichtiger ist als die Transportkosten.
  • Straßenfracht: Die flexibelste Form, die oft die "letzte Meile" übernimmt oder im Direktverkehr (FTL) punktgenaue Lieferungen ermöglicht.
  • Schienenfracht: Eine umweltfreundliche Alternative für schwere Lasten auf Landwegen, oft im kombinierten Verkehr eingesetzt.

Rechtliche Grundlagen: Der Frachtvertrag

Die rechtliche Basis für jeden Frachttransport ist der Frachtvertrag nach § 407 HGB (Handelsgesetzbuch). Hierbei verpflichtet sich der Frachtführer, das Gut zum Bestimmungsort zu befördern und dort an den Empfänger abzuliefern. Im Gegenzug verpflichtet sich der Absender zur Zahlung der vereinbarten Fracht. Wichtige Begleitdokumente wie der Frachtbrief (national) oder der CMR-Frachtbrief (international) dienen als Beweis für den Abschluss des Vertrags und die Übernahme des Gutes.

Praxis-Relevanz: Frachtkosten und Effizienz

Für Unternehmen ist die Optimierung der Frachtkosten ein zentraler Hebel zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Die Höhe der Fracht hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Gewicht und Volumen: Oft wird das Frachtgewicht nach dem Prinzip des Volumengewichts berechnet, um leichten, aber sperrigen Gütern gerecht zu werden.
  • Distanz: Die Entfernung zwischen Belade- und Entladeort.
  • Dringlichkeit: Express-Sendungen verursachen deutlich höhere Frachtkosten als Standardtransporte.
  • Zusatzleistungen: Mautgebühren, Treibstoffzuschläge (Diesel-Floater) oder Kosten für die Zollabwicklung.

Die Rolle der Frachtenbörse

Um Leerfahrten zu vermeiden und Kapazitäten optimal zu nutzen, setzen viele Speditionen auf Frachtenbörsen. Hier werden verfügbare Frachtgüter und freier Laderaum in Echtzeit gematcht. Dies steigert die Effizienz und trägt zur Nachhaltigkeit in der Logistik bei.

Fazit

Die Fracht ist der physische Motor der Weltwirtschaft. Ein tiefes Verständnis für die verschiedenen Frachtarten, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Faktoren der Kostenbildung ist für jeden Logistikprofi unerlässlich. Durch die fortschreitende Digitalisierung und den Einsatz moderner Transport Management Systeme (TMS) wird das Management von Frachtgut immer transparenter und effizienter. Wer seine Frachtströme intelligent steuert, sichert nicht nur die Lieferfähigkeit, sondern optimiert auch nachhaltig seine Kostenstrukturen.

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M, N

O

P

Q, R

S

T

U, V, W, X, Y, Z