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Huckepack-Transport: Definition & Vorteile im Kombiverkehr

Fachartikel: Huckepack-Transport – Effizienz durch intermodale Verknüpfung

Der Huckepack-Transport (fachsprachlich auch als Begleiteter oder Unbegleiteter Kombinierter Verkehr bezeichnet) ist eine Transportform, bei der Lastkraftwagen, Sattelanhänger oder Wechselbrücken für die Fernstrecke auf Eisenbahnwagen oder Binnenschiffe verladen werden. In der Logistikkette des Jahres 2026 ist er das Herzstück des Kombinierten Verkehrs (KV), um die Flexibilität der Straße mit der Umweltfreundlichkeit und Kapazität der Schiene zu verbinden.

Arten des Huckepack-Transports

Innerhalb der Transportplanung wird zwischen zwei Hauptformen unterschieden:

1. Begleiteter Verkehr (Rollende Landstraße - RoLa)Hierbei wird der komplette Lastzug (Zugmaschine und Anhänger) auf spezielle Niederflurwagen der Bahn verladen. Der Fahrer reist in einem angehängten Liegewagen mit.

  • Einsatz: Oft zur Überquerung ökologisch sensibler Gebiete oder zur Umgehung von Fahrverboten (z. B. Transit durch die Alpen).

2. Unbegleiteter Verkehr (UKV)Nur der Ladungsträger (Sattelauflieger, Container oder Wechselbrücke) wird ohne Zugmaschine und Fahrer verladen. Die Verladung erfolgt meist vertikal mittels Kran oder Reachstacker.

  • Anforderung: Der Auflieger muss "kranbar" sein, also über verstärkte Greifkanten verfügen.

Vorteile für die Supply Chain

Der Huckepack-Transport bietet strategische Vorteile, die über die reine Kostenersparnis hinausgehen:

  • Green Logistics: Ein Zug kann bis zu 40 Lkw-Ladungen gleichzeitig befördern, was den CO2-Ausstoß pro Tonnenkilometer massiv reduziert.
  • Vermeidung von Fahrverboten: Züge rollen auch nachts, an Wochenenden und Feiertagen, wenn für Lkw Fahrverbote gelten.
  • Entlastung des Fahrpersonals: Im unbegleiteten Verkehr werden Fahrermangel-Probleme entschärft, da Lkw-Fahrer nur noch den Kurzstrecken-Vor- und Nachlauf zum Terminal leisten.
  • Höhere Gewichtsfreigrenzen: In vielen Ländern (wie Deutschland) dürfen Lkw im Vor- und Nachlauf zum kombinierten Verkehr ein höheres Gesamtgewicht (44 t statt 40 t) erreichen.

Herausforderungen und Planung

Trotz der Vorteile erfordert der Huckepack-Transport eine präzise Logistikkette:

  • Terminal-Infrastruktur: Es werden spezialisierte KV-Terminals für den Umschlag benötigt.
  • Lichtraumprofil: Nicht jeder kranbare Auflieger passt auf jede Bahnstrecke. Besonders bei hohen Kühler-Aufliegern (Frigotransport) muss die Strecke für das entsprechende Profil (z. B. P400) freigegeben sein.
  • Zeitfaktor: Durch die Umschlagzeiten im Terminal und die Zugbildungszeiten ist der Huckepack-Transport meist langsamer als der direkte Straßentransport, was in der Transportplanung durch Pufferzeiten berücksichtigt werden muss.

Praxis-Relevanz 2026: Digitalisierung und Automatisierung

Im Jahr 2026 ist der Huckepack-Transport technologisch auf einem neuen Stand:

  • Smart Terminals: Die Identifikation von Ladeeinheiten erfolgt 2026 vollautomatisch per OCR-Kamera und RFID-Tags beim Einfahren ins Terminal.
  • Digitale Schiene: Durch die Einführung der Digitalen Automatischen Kupplung (DAK) können Güterzüge schneller zusammengestellt werden, was die Transitzeiten verkürzt.
  • Horizontale Umschlagtechnik: Neue Systeme ermöglichen 2026 das seitliche Verladen von nicht-kranbaren Standard-Aufliegern auf Züge, was die Hürde für den Umstieg von der Straße auf die Schiene massiv senkt.

Experten-Tipp: Wenn Sie auf den Huckepack-Transport umsteigen, prüfen Sie, ob Ihre Versicherung "Kombinierte Verkehre" abdeckt. Die Belastungen beim Kranen und die Rüttelbewegungen auf der Schiene erfordern oft eine spezifische Anpassung der Ladungssicherung.

Fazit

Der Huckepack-Transport ist ein unverzichtbares Werkzeug für eine nachhaltige und resiliente Supply Chain im Jahr 2026. Er entlastet die Straßeninfrastruktur und hilft Unternehmen dabei, ihre strengen Klimaziele zu erreichen, ohne auf die Flexibilität des LKWs beim Endkunden verzichten zu müssen.

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