Logistik lexikon

ATD (Actual Time of Departure): Bedeutung & Abweichungsanalyse

Fachartikel: ATD – Die Realität in der Transportkette

Die ATD (Actual Time of Departure) bezeichnet den exakten Zeitpunkt, zu dem ein Transportmittel (Lkw, Schiff, Flugzeug oder Bahn) den Ort der Beladung oder den Terminal tatsächlich verlässt. Während die ETD (Estimated Time of Departure) lediglich eine Planung darstellt, ist die ATD ein harter Fakt, der den Status „In Transit“ in der Logistikkette einleitet. Im Jahr 2026 ist die ATD die zentrale Messgröße für die Zuverlässigkeit von Verkehrsträgern und die Basis für die Berechnung der ETA (Estimated Time of Arrival) beim Empfänger.

Die Rolle der ATD in der Disposition

In der modernen Disposition dient die ATD als Bestätigung, dass die Heckbeladung und die Ladungssicherung erfolgreich abgeschlossen wurden. Erst mit der Erfassung der ATD können nachgelagerte Prozesse gestartet werden:

  • Dokumentenfreigabe: Der digitale eCMR oder das Konnossement werden finalisiert und an den Empfänger übermittelt.
  • Slot-Management: Nachfolgende Terminals oder Entladestellen erhalten ein Update über den tatsächlichen Start des Transports.
  • Leistungskontrolle: Die ATD ist die Basis für das KPI-Reporting (Key Performance Indicators) der Spedition.

Abweichungsanalyse: ATD vs. ETD

Die Differenz zwischen der geplanten (ETD) und der tatsächlichen Abfahrtszeit (ATD) ist einer der kritischsten Werte im Supply Chain Management. Eine negative Abweichung (Verspätung) hat oft eine Kettenreaktion zur Folge.

Häufige Ursachen für Abweichungen:

  1. Verzögerungen in der Intralogistik: Die Kommissionierung der Ladeeinheiten wurde nicht rechtzeitig abgeschlossen.
  2. Dokumentenmangel: Fehlende Zollpapiere oder fehlerhafte Frachtbriefe verhindern die Abfahrt.
  3. Technische Defekte: Mängel am Fahrzeug, die bei der Abfahrtskontrolle festgestellt werden.
  4. Überlastung der Infrastruktur: Staus bei der Einfahrt oder langsame Abfertigung an den Terminals.

Praxis-Relevanz 2026: Echtzeit-Tracking und Middleware

Im Jahr 2026 wird die ATD nicht mehr manuell vom Fahrer gemeldet, sondern automatisiert erfasst:

  • Geofencing: Das System erkennt 2026 automatisch über GPS, wenn das Fahrzeug den virtuellen Zaun des Werksgeländes durchbricht und setzt den Zeitstempel für die ATD.
  • Middleware-Integration: Lösungen wie GM-DocuStream verarbeiten die ATD sofort weiter. Sobald das Fahrzeug abfährt, werden die Rechnungslegung getriggert und die Transportversicherungen aktiviert.
  • KI-Prognose: Basierend auf der ATD berechnet eine KI 2026 unter Einbeziehung von Live-Verkehrsdaten die Ankunftszeit beim Kunden neu, um Pufferzeiten in der Transportplanung dynamisch anzupassen.
  • Transparenz: Kunden erhalten 2026 per API-Schnittstelle sofort die Bestätigung der ATD, was das Vertrauen in die Logistikqualität stärkt.

Experten-Tipp: Analysieren Sie die ATD-Abweichungen systematisch über einen Monat hinweg. Häufen sich Verspätungen zu bestimmten Tageszeiten, deutet dies oft auf strukturelle Engpässe in der Beladung oder bei der Dokumentenerstellung hin, die durch Middleware-Automatisierung gelöst werden können.

Fazit

Die ATD ist im Jahr 2026 weit mehr als nur ein Zeitstempel. Sie ist der Moment der Wahrheit in der Logistikkette, der darüber entscheidet, ob die gesamte Planung hält. Durch die automatisierte Erfassung und die Verknüpfung mit intelligenter Middleware wird die ATD zum Startschuss für einen transparenten und effizienten Warenfluss.

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M, N

O

P

Q, R

S

T

U, V, W, X, Y, Z