Logistik lexikon

Unternehmenslogistik: Aufgaben, Ziele & Teilbereiche erklärt

Fachartikel: Unternehmenslogistik – Das operative Rückgrat des Betriebs

Die Unternehmenslogistik umfasst die ganzheitliche Planung, Steuerung, Durchführung und Kontrolle aller inner- und zwischenbetrieblichen Material-, Personen-, Energie- und Informationsflüsse. Sie agiert als Querschnittsfunktion innerhalb eines Unternehmens und verbindet die Beschaffungsmärkte mit den Absatzmärkten. Im Supply Chain Management des Jahres 2026 ist die Unternehmenslogistik nicht mehr nur ein reiner Kostenfaktor, sondern ein entscheidender Wettbewerbsvorteil durch Schnelligkeit, Flexibilität und Transparenz.

Die vier Kern-Teilbereiche der Unternehmenslogistik

Die Unternehmenslogistik gliedert sich klassischerweise in vier funktionale Bereiche, die nahtlos ineinandergreifen müssen:

  1. Beschaffungslogistik: Sie stellt die Verbindung zwischen dem Einkauf und der Produktion her. Ziel ist die rechtzeitige Bereitstellung von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bei minimalen Lagerkosten (z. B. durch Just-in-Time-Verfahren).
  2. Produktionslogistik: Sie steuert den Materialfluss innerhalb der Fertigung. Hierzu gehören die Intralogistik, die Zwischenlagerung und der Transport von Halbfabrikaten zwischen den Bearbeitungsstationen.
  3. Distributionslogistik: Dieser Bereich umfasst alle Prozesse vom Fertigwarenlager bis zum Endkunden. Hier spielen die Transportplanung, die Wahl der Verkehrsträger und das Lagerwesen eine zentrale Rolle.
  4. Entsorgungslogistik (Reverse Logistics): Sie befasst sich mit der Rückführung von Abfällen, Leergut oder Retouren in den Wertstoffkreislauf oder zur fachgerechten Entsorgung, was im Zuge der Green Logistics massiv an Bedeutung gewonnen hat.

Strategische Ziele der Unternehmenslogistik

Die Logistik steht permanent im Spannungsfeld zwischen Servicequalität und Kosten. Die Ziele lassen sich in das "Logistische Zieldreieck" einordnen:

  • Leistung (Servicegrad): Maximierung der Lieferbereitschaft, Lieferzuverlässigkeit und Lieferqualität.
  • Kosten: Minimierung der Transport-, Lager-, Bestands- und Systemkosten.
  • Nachhaltigkeit: Reduktion des CO2-Fußabdrucks und Schonung von Ressourcen (ein Primärziel im Jahr 2026).

Das übergeordnete Ziel wird oft durch die "6 R der Logistik" definiert: Das Richtige Produkt, in der Richtigen Menge, am Richtigen Ort, zum Richtigen Zeitpunkt, in der Richtigen Qualität und zu den Richtigen Kosten bereitzustellen.

Praxis-Relevanz 2026: Digitalisierung und Automatisierung

Im Jahr 2026 ist die Unternehmenslogistik hochgradig automatisiert und datengetrieben:

  • Vernetzung durch Middleware: Systeme wie GM-DocuStream fungieren als digitale Brücke zwischen den Teilbereichen. Sie automatisieren den Dokumentenfluss, sodass beim Eintreffen von Rohstoffen (Beschaffung) sofort die Produktionsfreigabe und die spätere Versanddokumentation (Distribution) vorbereitet werden.
  • KI-gestützte Steuerung: Algorithmen prognostizieren 2026 Bedarfe und optimieren die Transportplanung autonom, um Leerfahrten zu vermeiden.
  • Echtzeit-Transparenz: Durch den Einsatz von Identifizierungssystemen wie RFID und IoT-Sensoren ist der Status jeder Ladeeinheit jederzeit bekannt, was die Fehlerquote in der Intralogistik auf nahezu Null senkt.
  • Smart Warehousing: In der Hochregaltechnik agieren autonome Roboter, die ihre Wege basierend auf Echtzeit-Auftragsdaten optimieren.

Experten-Tipp: Betrachten Sie Logistik nicht in Silos. Eine Optimierung der Transportkosten in der Distribution kann zu höheren Beständen in der Produktion führen. Nutzen Sie Middleware-Lösungen, um eine ganzheitliche Sicht auf alle Logistikkosten zu erhalten und Zielkonflikte frühzeitig aufzulösen.

Fazit

Die Unternehmenslogistik hat sich im Jahr 2026 von einer rein ausführenden Tätigkeit zu einer strategischen Managementaufgabe entwickelt. Durch die nahtlose Integration von Informationsflüssen über moderne Middleware-Lösungen wird sie zum Garanten für Effizienz und Kundenzufriedenheit in einer global vernetzten Wirtschaft.

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