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Odette-Label: Standard, Aufbau & Bedeutung in der Automotive-Supply-Chain

Fachartikel: Odette-Label – Der Standard für globale Warenströme

Das Odette-Label (Organization for Data Exchange by Tele Transmission in Europe) ist ein standardisierter Warenanhänger, der in der europäischen Automobilindustrie zur Kennzeichnung von Ladeeinheiten eingesetzt wird. Er dient als physische Schnittstelle zwischen dem Materialfluss und den begleitenden Datenströmen. In der Logistikkette des Jahres 2026 stellt das Odette-Label sicher, dass Teile vom Modullieferanten bis zum Montageband des Herstellers (OEM) eindeutig identifizierbar und maschinenlesbar sind.

Aufbau und standardisierte Inhalte

Ein Odette-Label folgt einem strengen Layout (oft im Format A5), um eine weltweit einheitliche Erfassung durch Identifizierungssysteme zu ermöglichen. Zu den Kernkomponenten gehören:

  • Warenempfänger und Abladestelle: Klare Angabe, wohin die Fracht innerhalb des Werks geliefert werden muss.
  • Lieferscheinnummer: Die Referenz zum digitalen Datensatz (EDI).
  • Sachnummer: Die Teilenummer des Automobilherstellers.
  • Füllmenge: Anzahl der Teile innerhalb der Verpackungseinheit.
  • Barcode (Code 39 oder 2D-Codes): Ermöglicht das automatisierte Scannen bei der Warenannahme oder der Heckbeladung.
  • Packstück-ID (SJJN): Eine weltweit eindeutige Nummer zur Identifizierung des spezifischen Behälters.

Integration in das Supply Chain Management

Das Odette-Label entfaltet seine volle Wirkung erst im Zusammenspiel mit der elektronischen Datenübertragung:

1. Verknüpfung mit dem Avis (ASN)Bevor der Lkw das Werk des Zulieferers verlässt, werden die Daten der Odette-Labels per EDI (Electronic Data Interchange) als Lieferavis an den Empfänger gesendet. Das System des Herstellers weiß also bereits vor der physischen Ankunft, welche Teile sich in welcher Box befinden.

2. Prozessbeschleunigung in der IntralogistikDurch das Scannen des Labels am Wareneingang erfolgt die Zubuchung in das Warehouse Management System (WMS) in Millisekunden. Manuelle Erfassungsfehler werden eliminiert, was die Basis für eine Null-Fehler-Kommissionierung bildet.

3. Steuerung der HochregaltechnikAutomatisierte Lager nutzen die Barcodes auf dem Odette-Label, um Behälter ohne menschliches Eingreifen in der Hochregaltechnik einzulagern und wegeoptimiert wieder auszulagern.

Praxis-Relevanz 2026: Intelligente Kennzeichnung

Im Jahr 2026 hat sich das klassische Papierlabel durch technologische Innovationen weiterentwickelt:

  • Hybride Labels: Odette-Labels enthalten 2026 oft integrierte RFID-Chips. Diese ermöglichen eine Erfassung von kompletten Lkw-Ladungen in Sekunden, ohne dass ein direkter Sichtkontakt zum Label bestehen muss.
  • Dynamische QR-Codes: Neben dem Standard-Barcode nutzen Unternehmen 2026 verstärkt 2D-Codes, die zusätzliche Informationen wie den CO2-Fußabdruck der Komponente oder Montagehinweise enthalten.
  • Automatisierte Erstellung: Middleware-Lösungen wie GM-DocuStream sorgen dafür, dass Odette-Labels exakt nach den Vorgaben des jeweiligen OEM generiert werden, sobald der Packvorgang im System abgeschlossen ist. Dies verhindert Retouren aufgrund falsch formatierter Label.
  • Echtzeit-Synchronisation: Bei einer Umleitung der Fracht während der Transportplanung kann das digitale Gegenstück des Labels im TMS sofort aktualisiert werden.

Experten-Tipp: Achten Sie penibel auf die Druckqualität. Ein verblasster Barcode auf einem Odette-Label führt in automatisierten Werken sofort zum Status No-Read-Teile, was eine manuelle Nachbearbeitung und oft teure Prozessstörungen nach sich zieht.

Fazit

Das Odette-Label ist im Jahr 2026 mehr als nur ein Aufkleber; es ist das bindende Element der digitalen und physischen Logistikkette. Durch die strikte Einhaltung dieses Standards sichern Automobilunternehmen die notwendige Transparenz und Geschwindigkeit, um in einer global vernetzten Produktion wettbewerbsfähig zu bleiben.

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