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Modal Split im Güterverkehr: Bedeutung, Messung & Steuerung

Fachartikel: Modal Split – Der Indikator für die Verkehrsverteilung

Der Modal Split (auch Verkehrsmittelteilung) beschreibt die Verteilung des gesamten Transportaufkommens oder der Transportleistung auf die verschiedenen Verkehrsträger (Verkehrsmodi). Im Güterverkehr wird er meist in Tonnenkilometern (tkm) gemessen. Die Analyse des Modal Split ist ein zentrales Instrument im Supply Chain Management, um die Effizienz, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit einer Logistikkette zu bewerten und strategisch zu steuern.

Die Verkehrsträger im Vergleich

Im klassischen Güterverkehr setzt sich der Modal Split aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Straßengüterverkehr: Flexibel, dominiert durch Lkw (oft für die letzte Meile und Heckbeladung genutzt).
  • Schienengüterverkehr: Leistungsstark für Massengüter und Langstrecken, ökologisch vorteilhaft.
  • Binnenschifffahrt: Kostengünstig für große Volumina, jedoch abhängig von Wasserständen und Infrastruktur.
  • Luftfracht: Schnell, aber kostenintensiv und mit hoher CO2-Bilanz.
  • Seeschifffahrt: Rückgrat des globalen Handels für interkontinentale Logistikketten.

Steuerung des Modal Split in der Praxis

Unternehmen und politische Akteure versuchen zunehmend, den Modal Split aktiv zu beeinflussen (Modal Shift), um ökologische Ziele im Sinne der Green Logistics zu erreichen:

1. Intermodaler VerkehrDurch die Kombination von Verkehrsträgern (z. B. Lkw für den Vorlauf und Schiene für die Hauptstrecke) werden die Stärken der einzelnen Modi genutzt. Hierbei spielen standardisierte Ladeeinheiten (Container, Wechselbrücken) eine entscheidende Rolle.

2. Kosten- und AnreizstrukturenMautgebühren, CO2-Steuern oder Förderprogramme für den Schienentransport sind Hebel, um die Transportplanung in Richtung umweltfreundlicherer Träger zu lenken.

3. Infrastruktur-AusbauDie Verfügbarkeit von Terminals für den kombinierten Verkehr (KV-Terminals) und moderne Intralogistik an den Schnittstellen entscheiden über die Attraktivität der Verkehrsträger.

Praxis-Relevanz 2026: Dynamische Steuerung und KI

Im Jahr 2026 ist die Steuerung des Modal Split hochgradig datengetrieben:

  • Echtzeit-Verkehrsträgerwahl: KI-gestützte Transport Management Systeme (TMS) berechnen 2026 für jede Sendung den optimalen Mix aus Kosten, Zeit und Emissionen und buchen Kapazitäten automatisch über eine Laderaumbörse.
  • Digitale Vernetzung: Durch den flächendeckenden Einsatz des eCMR und digitaler Frachtbriefe wird der Wechsel zwischen Verkehrsträgern (z. B. vom Lkw auf die Bahn) 2026 administrativ nahtlos abgewickelt.
  • Automatisierung an den Schnittstellen: Autonome Kransysteme und fahrerlose Transportsysteme beschleunigen den Umschlag in Häfen und Bahnhöfen, was die Zeitnachteile von Schiene und Wasser gegenüber der Straße minimiert.
  • Transparenz durch IoT: Sensoren an den Gütern ermöglichen 2026 eine lückenlose Überwachung (z. B. Temperatur im Frigotransport) über alle Verkehrsträger hinweg, was die Qualitätssicherung im Modal Split erhöht.

Experten-Tipp: Betrachten Sie den Modal Split nicht nur als Kostenfrage. Im Jahr 2026 fordern Kunden und Gesetzgeber zunehmend Transparenz über den CO2-Fußabdruck. Eine frühzeitige Verlagerung von der Straße auf Schiene oder Wasser verbessert nicht nur Ihre Umweltbilanz, sondern sichert Ihnen auch Vorteile bei der Vergabe von Transportkontrakten.

Fazit

Der Modal Split ist im Jahr 2026 das wichtigste Barometer für die Zukunftsfähigkeit der Logistik. Durch die intelligente Verknüpfung von Verkehrsträgern und den Einsatz moderner IT-Lösungen können Unternehmen ihre Logistikkette sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch optimieren. Wer den Modal Split versteht und aktiv steuert, gewinnt an Flexibilität und Resilienz.

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