Fachartikel: Pick & Pack – Effizienz durch Prozesszusammenführung
Pick & Pack ist ein Verfahren in der Intralogistik und im E-Commerce-Fulfillment, bei dem die Schritte der Kommissionierung (Picking) und des Verpackens (Packing) unmittelbar miteinander kombiniert werden. Anstatt die Ware erst in einen Sammelbehälter zu kommissionieren und später an einem separaten Packplatz umzupacken, erfolgt die Entnahme aus der Hochregaltechnik oder dem Fachbodenregal direkt in den finalen Versandkarton. Im Supply Chain Management des Jahres 2026 ist dieses Verfahren der Standard für kleine bis mittelgroße Sendungen, um Durchlaufzeiten zu minimieren.
Der operative Ablauf im Detail
Der Prozess ist im modernen Fulfillment-Zentrum hochgradig digitalisiert und folgt meist dieser Kette:
- Kartonbereitstellung: Das System berechnet anhand der Stammdaten (Maße und Gewicht) die optimale Kartonage. Der Mitarbeiter faltet den Karton und versieht ihn mit dem Versandlabel.
- Geführte Kommissionierung: Das Personal wird wegeoptimiert zu den Lagerplätzen geführt. Dies geschieht oft durch Multi Order Picking, bei dem mehrere Versandkartons gleichzeitig auf einem Wagen mitgeführt werden.
- Direktes Picking: Der Artikel wird entnommen, gescannt (Identifizierungssysteme) und sofort in den Versandkarton gelegt.
- Finalisierung: Am Ende des Rundgangs wird lediglich Füllmaterial hinzugefügt, der Karton verschlossen und direkt der Heckbeladung zugeführt.
Strategische Vorteile für das Fulfillment
Die Zusammenlegung der Arbeitsschritte bietet signifikante Vorzüge für die Logistikkette:
- Zeitersparnis: Der komplette Schritt des Umpackens an einem stationären Packtisch entfällt, was die Bearbeitungszeit pro Auftrag drastisch senkt.
- Fehlerreduktion: Da der Artikel beim Einlegen in den Versandkarton gescannt wird, unterstützt das System eine Null-Fehler-Kommissionierung. Falschzuordnungen beim späteren Sortieren werden vermieden.
- Flächenoptimierung: Da weniger stationäre Packplätze benötigt werden, gewinnt das Lager wertvolle Fläche für die Lagerung in der Hochregaltechnik.
- Kosteneffizienz: Weniger Berührungspunkte (Touchpoints) mit der Ware bedeuten geringere Personalkosten pro Sendung.
Praxis-Relevanz 2026: Intelligentes Pick & Pack
Im Jahr 2026 wird das Pick & Pack-Verfahren durch technologische Innovationen weiter optimiert:
- KI-Kartonoptimierung: Algorithmen berechnen 2026 unter Berücksichtigung von Zerbrechlichkeit und Stapelregeln die exakte Kartongröße, um das Versandvolumen für die Transportplanung zu minimieren.
- AR-Unterstützung: Mitarbeiter nutzen Datenbrillen, die ihnen 2026 anzeigen, an welcher Position im Karton der Artikel platziert werden muss, um den Raum optimal zu nutzen.
- Middleware-Integration: Lösungen wie GM-DocuStream sorgen dafür, dass Versandlabels und Zolldokumente bereits beim Start des Pick-Vorgangs fehlerfrei gedruckt werden, unabhängig vom Zielort der Sendung.
- Kollaborative Roboter: Cobots begleiten Mitarbeiter 2026 im Lager, tragen die Versandkartons und übernehmen schwere Lasten, während der Mensch die feingliedrige Kommissionierung übernimmt.
Experten-Tipp: Pick & Pack eignet sich hervorragend für Artikel mit hoher Ähnlichkeit oder standardisierten Abmessungen. Achten Sie jedoch auf die Schulung Ihres Personals im Umgang mit Packhilfsmitteln, da die Transportsicherheit bereits während des Laufwegs gewährleistet sein muss.
Fazit
Pick & Pack ist im Jahr 2026 die Antwort auf den steigenden Zeitdruck im globalen Handel. Durch die Eliminierung redundanter Prozessschritte und die nahtlose Integration von IT-Middleware wird das Fulfillment schneller, günstiger und weniger fehleranfällig. Es ist das ideale Modell für Unternehmen, die ihre Logistikkette auf maximale Geschwindigkeit trimmen wollen.