Im internationalen Warenverkehr spielen Holzverpackungen eine zentrale Rolle. Um die Verschleppung von Holzschädlingen (wie dem Asiatischen Laubholzbockkäfer) über Kontinentalgrenzen hinweg zu verhindern, müssen Holzpaletten gemäß dem internationalen Standard ISPM 15 (International Standards for Phytosanitary Measures No. 15) behandelt werden. Eine Methode hierfür ist die Begasung. Begaste Paletten wurden in einer abgeschlossenen Kammer mit gasförmigen Insektiziden – meist Methylbromid (MB) – behandelt. Während diese Methode in vielen Regionen (wie der EU) aufgrund von Umweltschutzvorgaben weitgehend durch die Hitzebehandlung (HT) ersetzt wurde, begegnen Logistikern im Import aus Drittländern nach wie vor begaste Ladungsträger.
Jede ISPM 15-konforme Palette muss dauerhaft und gut sichtbar gekennzeichnet sein. Diese Kennzeichnung wird oft als „IPPC-Stempel“ bezeichnet und enthält spezifische Informationen über die Art der Behandlung.
[Image: A close-up of a wooden pallet block showing a clear IPPC stamp with the letters "MB" for Methyl Bromide, next to a digital sensor measuring air quality in a shipping container]
Begaste Paletten und insbesondere die damit beladenen Container stellen ein erhebliches Risiko für die Gesundheit des Lagerpersonals dar. Restgase können über lange Zeit aus dem Holz entweichen und sich in geschlossenen Räumen anreichern.
Für Unternehmen, die ihre Transportplanung nachhaltig und sicher gestalten wollen, ist die Kenntnis über den Behandlungsstatus ihrer Ladungsträger essenziell.
Begaste Paletten sind ein notwendiges Übel im globalen Kampf gegen invasive Arten, stellen jedoch hohe Anforderungen an die Arbeitssicherheit und den Umweltschutz. Durch die strikte Einhaltung der ISPM 15 Kennzeichnung und moderne Messverfahren beim Containerempfang lassen sich die Risiken für das Personal minimieren. Für zukunftsorientierte Logistiker bleibt das Ziel, die Chemie aus der Supply Chain zu verdrängen und auf sicherere Alternativen wie die Hitzebehandlung oder alternative Werkstoffe zu setzen.