Logistik lexikon

Umlaufregallager: Definition, Typen & Vorteile erklärt

Fachartikel: Umlaufregallager – Maximale Effizienz durch dynamische Lagerhaltung

Ein Umlaufregallager ist ein automatisiertes Lagersystem, das auf dem dynamischen Prinzip „Ware-zum-Mann“ basiert. Im Gegensatz zu statischen Regalsystemen, bei denen der Mitarbeiter zur Ware geht, bewegen sich beim Umlaufregallager die Lagerplätze mechanisch zur Entnahmestelle. Diese Form der dynamischen Lagerhaltung optimiert nicht nur die Zugriffszeiten massiv, sondern spart auch wertvolle Lagerfläche ein, da keine Fahrwege für Gabelstapler oder Mitarbeiter innerhalb des Regalsystems benötigt werden.

Funktionsweise & Details: Paternoster vs. Karussell

Je nach Bewegungsrichtung der Lagereinheiten unterscheidet man zwei Haupttypen von Umlaufregallagern:

1. Vertikales Umlaufregal (Paternosterlager)

Die Lagerfächer bewegen sich wie bei einem Paternoster-Aufzug vertikal in einer Umlaufbahn. Dieses System nutzt die gesamte Raumhöhe eines Lagers optimal aus und eignet sich besonders für kleinteiliges Stückgut oder Akten. Die Entnahme erfolgt meist auf einer ergonomischen Arbeitshöhe.

2. Horizontales Umlaufregal (Karusselllager)

Hier rotieren die Regaleinheiten horizontal um eine zentrale Achse. Diese Systeme werden häufig in der Produktionslogistik oder für die Kommissionierung von schnelldrehenden Artikeln eingesetzt. Durch die Hintereinanderschaltung mehrerer Karussells kann eine extrem hohe Pick-Leistung erzielt werden.

Praxis-Relevanz: Warum Umlaufregallager die Intralogistik revolutionieren

In modernen Distributionszentren sind Umlaufregallager ein wichtiger Baustein, um dem steigenden Zeitdruck und dem Platzmangel entgegenzuwirken.

Die zentralen Vorteile:

  • Zeitgewinn: Die Such- und Gehzeiten der Mitarbeiter entfallen nahezu komplett, was die Kommissioniergeschwindigkeit um bis zu 400 % steigern kann.
  • Platzersparnis: Durch die kompakte Bauweise und den Verzicht auf Gänge kann die Lagerkapazität auf gleicher Fläche oft verdoppelt werden.
  • Ergonomie: Die Ware wird immer in der optimalen Greifhöhe bereitgestellt, was die körperliche Belastung minimiert.
  • Sicherheit: Geschlossene Systeme schützen die Ware vor Staub, Licht und unbefugtem Zugriff.
  • Digitalisierung: Umlaufregallager lassen sich direkt an das WMS (Warehouse Management System) oder das ERP-System anbinden. Aufträge werden digital übermittelt, und das System fährt automatisch die richtige Position an.

Integration in die automatisierte Logistikkette

Umlaufregallager spielen ihre Stärken besonders dann aus, wenn sie Teil einer vernetzten Intralogistik sind. Sie fungieren oft als Pufferlager zwischen Wareneingang und Produktion oder als schnelles Kommissionierlager im E-Commerce. Durch die Anbindung an die Logistiksoftware werden Bestandsänderungen in Echtzeit verbucht, was eine lückenlose Bedarfsermittlung und Inventursicherheit garantiert.

Herausforderungen

Trotz der hohen Effizienz erfordern Umlaufregallager eine regelmäßige Wartung der mechanischen Komponenten. Zudem ist die Flexibilität bei sehr sperrigen oder extrem schweren Gütern im Vergleich zum Hochregallager oder Blocklager eingeschränkt. Eine präzise Planung der Artikelstruktur ist daher vor der Anschaffung unerlässlich.

Fazit

Das Umlaufregallager ist der Inbegriff von Geschwindigkeit und Raumökonomie in der Lagerlogistik. Durch das konsequente „Ware-zum-Mann“-Prinzip werden Prozesse verschlankt und Fehlerquoten gesenkt. In einer Zeit, in der die „letzte Meile“ immer schneller bedient werden muss, bietet die dynamische Lagerhaltung mit Umlaufregalen die notwendige Performance, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer sein Lager modernisieren will, findet im Umlaufregal eine hochgradig automatisierbare und ergonomische Lösung.

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