In kaum einem Lager oder Logistikzentrum weltweit fehlt sie: die Ameise. Was im allgemeinen Sprachgebrauch oft als Synonym für jeden manuellen oder elektrischen Hubwagen verwendet wird, ist im fachlichen Sinne ein spezifisches Flurförderzeug, das die Effizienz beim Warenumschlag revolutioniert hat. Ursprünglich als Markenname der Firma Jungheinrich eingeführt, hat sich der Begriff „Ameise“ als Deonym (ähnlich wie „Tempo“ für Taschentücher) für den Elektro-Mitgänger-Niederhubwagen fest in der Branchensprache etabliert. Er bildet die Brücke zwischen dem einfachen Handhubwagen und dem komplexen Gabelstapler.
Eine Ameise Logistik-Lösung zeichnet sich primär durch ihren elektrischen Antrieb und die Steuerung durch einen Mitgänger aus. Im Gegensatz zum manuellen Hubwagen entfällt das kräftezehrende Pumpen und Ziehen der Last, was insbesondere bei hohen Durchlaufmengen entscheidend ist.
Die Tragfähigkeit einer typischen Ameise liegt meist zwischen 1,2 und 2,5 Tonnen. Da es sich um ein Niederhubgerät handelt, ist sie ausschließlich für den horizontalen Transport und nicht für das Stapeln in Regale (Hochhub) konzipiert.
Der Einsatz eines Elektro-Niederhubwagens bietet weit mehr als nur eine Arbeitserleichterung. In der modernen Supply Chain ist die Ameise ein strategisches Werkzeug zur Prozessoptimierung und zum Gesundheitsschutz.
Trotz der einfachen Bedienung unterliegt die Ameise strengen Sicherheitsrichtlinien. In Deutschland ist gemäß DGUV Vorschrift 68 eine jährliche UVV-Prüfung Pflicht. Zudem müssen Bediener für elektrische Flurförderzeuge mindestens 18 Jahre alt sein und eine entsprechende Unterweisung bzw. einen Fahrausweis („Staplerschein“) vorweisen können, um das Unfallrisiko durch Fehlbedienung zu minimieren.
Die Ameise ist das Arbeitstier der modernen Intralogistik. Als Elektro-Mitgänger-Niederhubwagen kombiniert sie kompakte Bauweise mit hoher Leistungsfähigkeit. Für Speditionen und Logistikdienstleister ist sie der Schlüssel zu einem schnellen, sicheren und ergonomischen Warenumschlag. In Zeiten von Industrie 4.0 entwickelt sich die Ameise stetig weiter – von der Li-Ion-Technologie bis hin zu vollautonomen Varianten (AGVs), die den Materialfluss ohne menschliches Zutun steuern.