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Frachtpflichtiges Gewicht: Berechnung (Volumen/Realgewicht) & Praxis

Fachartikel: Frachtpflichtiges Gewicht – Die Basis der Frachtabrechnung

Das frachtpflichtige Gewicht (auch Abrechnungsgewicht oder Chargeable Weight genannt) ist die entscheidende Maßeinheit, auf deren Basis Logistikunternehmen ihre Transportpreise berechnen. Es löst das grundlegende Problem der Logistik: Ein LKW, Flugzeug oder Schiff ist sowohl durch sein maximales Zuladungsgewicht als auch durch seinen verfügbaren Laderaum begrenzt. In der Logistikkette des Jahres 2026 stellt dieser Wert sicher, dass sowohl schwere, kompakte Güter (z. B. Stahlrollen) als auch leichte, voluminöse Waren (z. B. Styroporchips oder Watte) fair und kostendeckend abgerechnet werden.

Das Prinzip: Realgewicht vs. Volumengewicht

Die Ermittlung des frachtpflichtigen Gewichts erfolgt immer durch den Vergleich zweier Werte. Der höhere der beiden Werte wird für die Rechnung herangezogen:

1. Realgewicht (Bruttogewicht)Dies ist das tatsächliche Gewicht der Sendung inklusive Verpackung und Palette, gemessen in Kilogramm (kg) oder Tonnen (t).

2. Volumengewicht (Dimensional Weight)Hierbei wird das Volumen der Sendung (Länge x Breite x Höhe) durch einen logistischen Umrechnungsfaktor dividiert. Dieser Faktor simuliert ein "theoretisches Gewicht" für den eingenommenen Platz.

Berechnung in der Praxis (Umrechnungsfaktoren)

Je nach Verkehrsträger gelten unterschiedliche Standards für die Transportplanung, um den begrenzten Raum optimal zu bewerten:

  • Luftfracht: Der gängige Faktor ist 1:6. Das bedeutet, dass 1 m³ Frachtraum mit 166,67 kg berechnet wird.
  • Seefracht (LCL): Hier gilt oft die Regel "1 Tonne = 1 m³" (Maß/Gewicht-Regel). Was höher ist, zählt.
  • Straßentransport: Hier wird häufig mit Lademetern (LDM) gerechnet. Eine Europalette wird oft mit einem Pauschalgewicht von 740 kg frachtpflichtig bewertet, selbst wenn sie nur 100 kg wiegt, da sie die volle Stellplatzfläche beansprucht.

Warum das frachtpflichtige Gewicht für die Supply Chain wichtig ist

Die Kenntnis über diese Berechnungslogik ist für das Supply Chain Management essenziell:

  • Kostenoptimierung: Durch eine geschickte Verpackung (Reduktion von Totraum) kann das Volumengewicht gesenkt werden, wodurch die Sendung nur noch nach dem Realgewicht abgerechnet wird.
  • Verpackungsdesign: Unternehmen gestalten Kartonagen zunehmend so, dass sie exakt in die Raster der Logistikdienstleister passen, um unnötige Volumenzuschläge in der Logistikkette zu vermeiden.
  • Wettbewerbsfähigkeit: Wer seine Frachtkosten auf Basis des frachtpflichtigen Gewichts präzise vorab kalkuliert, vermeidet Nachbelastungen durch den Spediteur.

Praxis-Relevanz 2026: Automatisierte Volumenmessung

Im Jahr 2026 ist die manuelle Berechnung mit dem Maßband fast vollständig verschwunden:

  • 3D-Laserscanning: Beim Wareneingang am Terminal erfassen Kamerasysteme die Außenmaße und das Gewicht in Bewegung. Das System berechnet das frachtpflichtige Gewicht automatisch in Millisekunden.
  • Digitaler Zwilling: In der Transportplanung simuliert Software bereits vor dem Verpacken das optimale Verhältnis von Gewicht zu Volumen, um den LKW-Laderaum perfekt auszulasten (Green Logistics).
  • KI-Tarifprüfung: Algorithmen vergleichen die vom Absender gemeldeten Daten mit den gemessenen Werten des Frachtführers und klären Differenzen sofort über digitale Schnittstellen.

Wichtiger Hinweis: Denken Sie bei Übermaßen immer an die "Sperrigkeit". Sobald eine Sendung nicht stapelbar ist, berechnen viele Spediteure das gesamte Volumen bis zur Decke des LKWs (ca. 2,40 m Höhe) als frachtpflichtiges Gewicht.

Fazit

Das frachtpflichtige Gewicht ist das fairste Instrument, um die knappe Ressource "Laderaum" zu bepreisen. Für Versender bedeutet es: Je kompakter die Ware verpackt ist, desto effizienter und kostengünstiger ist der Transport innerhalb der globalen Logistikkette. Die Beherrschung dieser Kalkulationslogik ist somit ein direkter Hebel zur Senkung der Logistikkosten.

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