In der Transportwelt gibt es zwei grundlegende Arten, wie Frachtraum eingekauft wird: über langfristige Verträge (Kontraktlogistik) oder über den sogenannten Spotmarkt. Der Spotmarkt ist ein kurzfristiger Marktplatz, auf dem Transportleistungen „auf Sicht“ gehandelt werden. Hier treffen Verlader, die spontan Frachtraum benötigen, auf Spediteure oder Frachtführer, die kurzfristig freie Kapazitäten in ihren Fahrzeugen haben. Die Preise am Spotmarkt (Spot-Raten) werden durch das unmittelbare Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage bestimmt und können je nach Marktlage stark schwanken.
Der Spotmarkt reagiert extrem sensibel auf externe Einflüsse. Während Kontraktpreise oft für ein Jahr festgeschrieben sind, ändern sich Spot-Preise täglich oder sogar stündlich.
Die wichtigste Infrastruktur des Spotmarktes sind digitale Frachtenbörsen. Hier stellen Verlader ihre Aufträge ein, und Transportunternehmen können diese per Mausklick annehmen. Moderne Logistiksoftware (TMS) ist oft direkt an diese Börsen angebunden, um freie Kapazitäten automatisch zu vermarkten oder Frachtraum zuzukaufen.
Sowohl für Verlader als auch für Speditionen ist der Spotmarkt ein wichtiges Werkzeug, das jedoch strategisch eingesetzt werden muss.
Der Spotmarkt ist das Thermometer der Logistikbranche. Er sorgt für den notwendigen Ausgleich zwischen volatiler Nachfrage und verfügbaren Kapazitäten. Unternehmen, die eine intelligente Mischstrategie aus festen Kontrakten und gezieltem Spotgeschäft fahren, erreichen das beste Verhältnis aus Versorgungssicherheit und Kostenoptimierung. Durch den Einsatz moderner Logistiksoftware wird der Zugriff auf den Spotmarkt immer einfacher und transparenter, was ihn zu einem unverzichtbaren Bestandteil jeder agilen Supply Chain macht.