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Benchmarking in der Logistik: Kennzahlen & Vergleichsmethoden

Fachartikel: Benchmarking – Der Weg zur logistischen Spitzenleistung

In der hochkompetitiven Welt der globalen Warenströme reicht es nicht mehr aus, lediglich „gut“ zu sein. Benchmarking in der Logistik ist der kontinuierliche Prozess, die eigenen Leistungen, Prozesse und Praktiken mit denen der besten Unternehmen der Branche (Best-in-Class) oder mit internen Spitzenwerten zu vergleichen. Ziel ist es, Leistungslücken (Gaps) systematisch zu identifizieren, Ursachen für Ineffizienzen zu finden und bewährte Lösungen zu adaptieren. Im Jahr 2026 ist Benchmarking kein einmaliges Projekt mehr, sondern ein durch KI gestützter Echtzeit-Vergleich, der direkt in das Performance-Management der Logistikkette integriert ist.

Vergleichsmethoden: Die verschiedenen Ansätze

Je nach Zielsetzung der Analyse kommen unterschiedliche Benchmarking-Formen zum Einsatz:

  1. Internes Benchmarking: Vergleich ähnlicher Prozesse innerhalb desselben Unternehmens (z. B. zwischen zwei Logistikzentren in Berlin und Madrid). Es ist der einfachste Einstieg, da die Datenverfügbarkeit hoch ist.
  2. Wettbewerbsorientiertes Benchmarking: Direkter Vergleich mit den engsten Konkurrenten. Dies ist oft schwierig, da Wettbewerber ihre KPIs selten offenlegen. Hier helfen oft anonymisierte Branchenstudien.
  3. Funktionales Benchmarking: Vergleich von Teilprozessen mit Unternehmen aus anderen Branchen, die jedoch ähnliche logistische Funktionen haben (z. B. ein Pharmaunternehmen vergleicht sein Kleinteilelager mit einem Online-Versandhandel).
  4. Generisches Benchmarking: Vergleich von grundlegenden Geschäftsprozessen (z. B. Rechnungsstellung oder Personalrekrutierung) über alle Branchen hinweg.

[Image: A sleek digital dashboard visualizing a "Radar Chart" comparing the company's current logistics performance against the industry "Best-in-Class" across five dimensions: Cost, Speed, Quality, Flexibility, and Sustainability]

Kennzahlen (KPIs): Die Basis des Vergleichs

Ohne messbare Daten ist kein Benchmarking möglich. In der modernen Logistik werden Kennzahlen oft automatisiert aus dem Transport Management System (TMS) oder dem WMS extrahiert.

Logistik-KPIBeschreibungMathematische Form (Beispiel)LogistikkostenquoteAnteil der Logistikkosten am Gesamtumsatz.

$$L_{ratio} = \frac{Gesamtkosten_{Logistik}}{Umsatz} \times 100$$

Pick-GenauigkeitProzentsatz der fehlerfrei kommissionierten Aufträge.

$$A_{pick} = \frac{Fehlerfreie Picks}{Gesamtanzahl Picks} \times 100$$

DurchlaufzeitZeit von der Auftragserteilung bis zur Auslieferung.

$$T_{cycle} = T_{Zustellung} - T_{Auftrag}$$

Carbon FootprintCO2-Emissionen pro transportierter Tonne/Kilometer.

$$CO2_{eff} = \frac{kg CO2}{Tonnenkilometer}$$

Praxis-Relevanz: Benchmarking als Strategie-Tool

Im Jahr 2026 hat sich der Fokus des Benchmarkings verschoben. Neben Kosten und Geschwindigkeit ist die Nachhaltigkeit (ESG-Compliance) zu einer zentralen Benchmark geworden.

Der Prozess in 5 Schritten:

  • Vorbereitung: Festlegung, welche Prozesse verglichen werden sollen (z. B. die Letzte Meile).
  • Datenerhebung: Nutzung von Sensordaten und Software-Schnittstellen für präzise Werte.
  • Analyse: Identifikation der Leistungsunterschiede. Warum ist der Konkurrent schneller? Liegt es an der Automatisierung oder der Routenplanung?
  • Umsetzung: Ableitung von Maßnahmen (z. B. Einführung eines Advanced Planning Systems).
  • Monitoring: Kontrolle, ob die Maßnahmen die Lücke zum Klassenbesten schließen.

Fazit

Benchmarking in der Logistik ist der Kompass für Unternehmen, die ihre Prozesse nicht nach Bauchgefühl, sondern auf Basis harter Fakten optimieren wollen. Durch den systematischen Vergleich von Kennzahlen gewinnen Unternehmen wertvolle Erkenntnisse über ihre eigene Wettbewerbsfähigkeit. Wer heute auf digitale Vergleichsmethoden und KI-gestützte Analysen setzt, sichert sich die Agilität, die notwendig ist, um in der dynamischen Supply Chain des 21. Jahrhunderts an der Spitze zu stehen.

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