In der Logistik und im Speditionswesen ist der Dieselzuschlag (oft auch als Treibstoffzuschlag oder Diesel-Floater bezeichnet) ein variabler Preisbestandteil, der die Volatilität der Kraftstoffpreise ausgleicht. Da Treibstoffkosten im Straßengüterverkehr je nach Fahrzeugtyp zwischen 20 % und 35 % der gesamten Betriebskosten ausmachen können, stellen unvorhersehbare Preissprünge ein existenzielles Risiko für Frachtführer dar. Der Zuschlag ermöglicht es, die Basisfrachtrate stabil zu halten, während die variablen Energiekosten monatlich oder wöchentlich angepasst werden.
Der Dieselzuschlag basiert auf dem Prinzip der Risikoteilung zwischen dem Verlader (Kunde) und dem Transportunternehmen. Er wird meist als prozentualer Aufschlag auf den Netto-Frachtpreis erhoben.
Die drei Kernkomponenten der Berechnung:
Um Neutralität und Transparenz zu gewährleisten, nutzen Speditionen in Deutschland fast ausschließlich offizielle Datenquellen.
1. Statistisches Bundesamt (Destatis)Die am häufigsten genutzte Quelle ist der Index der Erzeugerpreise für Dienstleistungen oder spezifisch die "Verbraucherpreisindex-Daten für Dieselkraftstoff". Diese Daten sind revisionssicher und für beide Vertragsparteien öffentlich einsehbar.
2. Mineralölwirtschaftsverband (MWV) / ADACFür kurzfristigere Anpassungen (wöchentlich) werden oft die Durchschnittspreise für Dieselkraftstoff an Tankstellen herangezogen, wie sie von Automobilclubs oder Wirtschaftsverbänden gemeldet werden.
Im Jahr 2026 erfolgt die Anwendung des Dieselzuschlags hochgradig automatisiert über Transport Management Systeme (TMS). Dennoch gibt es in der Praxis wichtige Punkte zu beachten:
Angesichts der Green Logistics und der zunehmenden Flotte von Elektro-LKWs und Wasserstoff-Fahrzeugen wandelt sich der klassische Dieselzuschlag im Jahr 2026 zu einem umfassenderen Energiezuschlag.
Hierbei werden neue Faktoren in die Berechnung einbezogen:
Wichtiger Hinweis: Der Dieselzuschlag ist kein Instrument zur Margenoptimierung, sondern ein reiner Kostenausgleich. In wettbewerbsintensiven Märkten achten Verlader sehr genau darauf, dass die zugrunde gelegten Indizes und die Floater-Matrix marktgerecht sind.
Der Dieselzuschlag ist das wichtigste Instrument für finanzielle Stabilität in der Supply Chain. Er schützt Logistikdienstleister vor unkalkulierbaren Kostenexplosionen und bietet Verladern eine transparente Preisbasis. In einer Zeit geopolitischer Unsicherheiten bleibt er der unverzichtbare "Stoßdämpfer" des Güterverkehrs.