Logistik lexikon

Gitterbox: Maße, Gewicht & Einsatz in der Logistik

Fachartikel: Gitterbox – Die robuste Lösung für schwere und unhandliche Güter

In der Welt der Logistik ist die Gitterbox (oft kurz „Gibo“ genannt) neben der Europalette das wichtigste standardisierte Lademittel. Es handelt sich dabei um eine Gitterkonstruktion aus Stahl, die fest auf einem Rahmen montiert ist und speziell für den Transport und die Lagerung von Gütern entwickelt wurde, die zu schwer, zu unhandlich oder zu kleinteilig für klassische Paletten sind. Die am weitesten verbreitete Form ist die Euro-Gitterbox, die nach den strengen Normen der EPAL (European Pallet Association) gefertigt wird. Ihre Robustheit und Stapelbarkeit machen sie zum unverzichtbaren Bestandteil in Branchen wie dem Maschinenbau, der Automobilindustrie und dem Recyclingwesen.

Funktionsweise & Details: Normung und technische Daten

Die Stärke der Gitterbox liegt in ihrer Standardisierung. Da die Maße exakt definiert sind, lässt sie sich nahtlos in automatisierte Lagersysteme und auf LKW-Ladeflächen integrieren.

Standardmaße der Euro-Gitterbox

  • Außenmaße: 1.240 X 835 X 970 mm (Länge x Breite x Höhe).
  • Innenmaße: ca. 1.200 X 800 X 800 mm.
  • Eigengewicht: ca. 70 kg bis 85 kg (je nach Baujahr und Ausführung).
  • Traglast: In der Regel bis zu 1.500 kg.
  • Auflast: Im Stapel kann eine Gitterbox eine Gesamtlast von bis zu 6.000 kg tragen (entspricht meist 1+3 oder 1+4 Stapelung).

Besondere Merkmale

Ein wesentliches Merkmal der Gitterbox sind die zwei Vorderwandklappen. Diese lassen sich halb öffnen, sodass auch im gestapelten Zustand jederzeit ein einfacher Zugriff auf die Ware möglich ist. Die Konstruktion erlaubt zudem die Aufnahme durch Gabelstapler oder Hubwagen von allen vier Seiten.

[Image showing a standard gray Euro-Gitterbox with opened front flaps and EPAL branding, highlighting the stacking corners]

Praxis-Relevanz: Warum die Gitterbox ein Logistik-Allrounder ist

Durch ihre Gitterstruktur bietet die Gitterbox Vorteile, die über den bloßen Schutz der Ware hinausgehen.

Die zentralen Vorteile

  • Hoher Schutzfaktor: Die Stahlkonstruktion schützt empfindliche Teile vor mechanischen Einflüssen und verhindert das Verrutschen von Kleinteilen.
  • Transparenz: Dank des Gitters ist der Inhalt jederzeit von außen sichtbar, was die Inventur und die Bestandskontrolle im WMS (Warehouse Management System) erleichtert.
  • Tauschfähigkeit: Genau wie die Europalette ist die Euro-Gitterbox ein tauschfähiges Lademittel. Dies ermöglicht den Lademitteltausch zwischen Speditionen und Verladern im Rahmen des Kölner oder Bonner Verfahrens.
  • Langlebigkeit: Im Vergleich zu Holzladerahmen oder Kartonagen ist eine Gitterbox extrem langlebig und reparaturfähig.

Einsatz in der Produktion

In modernen Fertigungslinien dienen Gitterboxen oft direkt als Materialbereitstellungsbehälter. Zulieferer schicken Teile in Gitterboxen (siehe auch: Gebietsspedition), die im Werk direkt an die Montagelinie gestellt werden. Dies spart unnötige Umpackvorgänge und reduziert den Verpackungsmüll.

Fazit

Die Gitterbox ist der „Safe“ der Logistikbranche. Sie bietet Stabilität und Sicherheit für anspruchsvolle Güter und garantiert durch ihre Normung eine hocheffiziente Abwicklung entlang der gesamten Transportkette. Ob im Schwergutbereich oder als Sammelbehälter für Kleinteile – die Gitterbox sorgt für Ordnung und Stapelbarkeit auf engstem Raum. Unternehmen, die auf hochwertige, tauschfähige Gitterboxen setzen, profitieren von einer hohen Prozessstabilität und einer langfristigen Kosteneffizienz im Lademittelmanagement.

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