Logistik lexikon

Sammelgut & Stückgut: Definition, Ablauf & Vorteile

Fachartikel: Sammelgut – Effizienz durch Bündelung kleiner Sendungen

In der Logistik beschreibt Sammelgut (oft auch als Stückgut oder im Englischen als Groupage bezeichnet) eine Versandform, bei der mehrere kleine Sendungen verschiedener Versender zu einer größeren Transporteinheit zusammengefasst werden. Anstatt für jedes einzelne Paket oder jede einzelne Palette einen eigenen LKW direkt zum Empfänger zu schicken, bündelt die Spedition diese Güter in einem Umschlagslager. Dies ermöglicht es auch kleinen und mittleren Unternehmen, von den günstigen Konditionen eines Volllast-Transports zu profitieren. Der Sammelgutverkehr ist das Rückgrat der europäischen Distributionslogistik und erfordert eine hochpräzise Transportplanung.

Funktionsweise & Details: Der Weg des Sammelguts

Der Prozess im Sammelgutverkehr folgt einem klaren, mehrstufigen Schema, um maximale Effizienz zu gewährleisten:

  1. Vorlauf: Die Spedition holt die einzelnen Sendungen bei den verschiedenen Versendern ab und bringt sie zum regionalen Versanddepot.
  2. Konsolidierung: Im Umschlagslager werden die Güter nach Zielregionen sortiert und zu einer Komplettladung (FTL) zusammengefasst.
  3. Hauptlauf: Der Fernverkehrs-LKW transportiert die gebündelte Ladung über weite Strecken zum Empfangsdepot in der Zielregion.
  4. Dekonsolidierung: Am Zielort wird die Ladung wieder in Einzelsendungen zerlegt.
  5. Nachlauf: Kleinere Nahverkehrsfahrzeuge stellen die Ware auf der „letzten Meile“ dem Endempfänger zu.

Abgrenzung: Sammelgut vs. Teilladung (LTL)

Während bei einer Teilladung (LTL) die Ware meist ohne Umschlag direkt vom Absender zum Empfänger befördert wird, ist der Systemverkehr beim Sammelgut durch den obligatorischen Umschlag in Depots gekennzeichnet. Dies macht Sammelgut ideal für Sendungen, die zu groß für einen Paketdienst, aber zu klein für eine direkte LKW-Belegung sind.

[Image: An infographic showing multiple small parcels from different locations flowing into a central hub, being loaded onto one large truck, and then being distributed to various final destinations]

Praxis-Relevanz: Warum Sammelgut für die Wirtschaft unverzichtbar ist

Der Sammelgutverkehr ermöglicht eine flächendeckende Versorgung zu wettbewerbsfähigen Preisen.

Die zentralen Vorteile:

  • Kostensenkung: Durch die Teilung der Transportkosten auf viele Versender sinken die Raten pro Sendung massiv.
  • Frequenz: Sammelgutnetze bieten oft tägliche Abfahrten in fast alle Regionen, was die Flexibilität in der Logistikkette erhöht.
  • Nachhaltigkeit: Die Bündelung vermeidet Leerfahrten und sorgt für eine hohe Auslastung der Fahrzeuge (Laderaumoptimierung), was den CO2-Ausstoß pro Tonne reduziert.
  • Transparenz: Moderne Logistiksoftware ermöglicht ein lückenloses Tracking jeder einzelnen Sendung mittels NVE (SSCC) über alle Umschlagspunkte hinweg.

Herausforderungen und IT-Bedarf

Die Komplexität im Sammelgut liegt in der schieren Anzahl der Sendungen und Schnittstellen. Jeder Umschlag birgt das Risiko von Beschädigungen oder Fehlleitungen. Daher sind ein leistungsstarkes TMS (Transport Management System) und die digitale Kommunikation via EDI essenziell. Nur so können präzise ETA-Vorhersagen getroffen und die gesetzlichen Anforderungen, wie die Dokumentation der Lenk- und Ruhezeiten, eingehalten werden.

Fazit

Sammelgut ist das Paradebeispiel für logistische Synergie. Durch die intelligente Konsolidierung kleinerer Warenmengen entstehen leistungsstarke Transportströme, die die globale Wirtschaft am Laufen halten. Unternehmen, die auf Sammelgut setzen, gewinnen an Agilität und Effizienz. In einer vernetzten Welt, in der Sendungsgrößen tendenziell abnehmen und Lieferfrequenzen steigen, bleibt der Sammelgutverkehr die unverzichtbare Basis für eine funktionierende und nachhaltige Supply Chain.

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