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LOLO (Lift-on/Lift-off): Bedeutung & Verfahren im Seeverkehr

Fachartikel: LOLO – Präzisionsumschlag in der modernen Schifffahrt

Der Begriff LOLO steht für Lift-on/Lift-off und bezeichnet eines der gängigsten Umschlagverfahren im Seeverkehr. Dabei werden Güter – primär Container, aber auch Stückgut oder Schwergut – vertikal mithilfe von Kränen auf ein Schiff gehoben (Lift-on) oder von ihm gelöscht (Lift-off). In der Logistikkette des Jahres 2026 bildet das LOLO-Verfahren das Rückgrat des globalen Containerverkehrs und ist eng mit der Effizienz moderner Hafenterminals und des Supply Chain Managements verknüpft.

Funktionsweise und Technik

Im Gegensatz zum RORO-Verfahren (Roll-on/Roll-off), bei dem die Ladung über Rampen an Bord gefahren wird, erfordert LOLO spezialisierte Hebezeuge:

  • Containerbrücken (Portalkräne): Diese landgestützten Riesen im Hafen heben Container direkt vom Lkw oder Güterzug in die Zellenführungen des Schiffes.
  • Bordeigene Kräne: Sogenannte LOLO-Schiffe mit eigenem Ladegeschirr können den Umschlag auch in Häfen durchführen, die über keine leistungsfähige Infrastruktur an Land verfügen.
  • Standardisierung: Das LOLO-Verfahren nutzt fast ausschließlich genormte Ladeeinheiten (ISO-Container), was die Transportplanung hochgradig automatisierbar macht.

LOLO vs. RORO: Ein strategischer Vergleich

Die Wahl zwischen LOLO und RORO hängt stark von der Art der Fracht und der verfügbaren Infrastruktur ab:

Vorteile von LOLO:

  • Raumausnutzung: Container können auf LOLO-Schiffen extrem hoch gestapelt werden (an Deck und im Laderaum), was die Kapazität pro Schiff maximiert.
  • Kosteneffizienz: Bei Massengütern und standardisierten Containern sind die Kosten pro Einheit im Vergleich zu RORO deutlich geringer.
  • Automatisierung: LOLO-Terminals im Jahr 2026 arbeiten oft vollautonom, wobei fahrerlose Transportsysteme die Container unter die Brücken liefern.

Nachteile von LOLO:

  • Abhängigkeit von Technik: Ohne funktionierende Kräne ist kein Umschlag möglich.
  • Hafeninfrastruktur: Große LOLO-Schiffe benötigen tiefe Häfen und massive Kaimauern für die schweren Portalkräne.

Praxis-Relevanz 2026: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Im Jahr 2026 ist das LOLO-Verfahren integraler Bestandteil einer smarten und grünen Logistik:

  • Smart Cranes: Kräne nutzen 2026 KI-gestützte Kamerasysteme und Identifizierungssysteme, um Container beim Heben automatisch zu scannen und ihren Zustand zu dokumentieren.
  • Green Terminals: Elektrisch betriebene Containerbrücken mit Energierückgewinnung (beim Absenken der Last) zahlen direkt auf die Ziele der Green Logistics ein.
  • Integration in das TMS: Jede LOLO-Bewegung wird in Echtzeit in das Transport Management System (TMS) übertragen, sodass Verlader den exakten Zeitpunkt der Verladung (On-Board-Status) verfolgen können.

Experten-Tipp: Bei der Planung von Schwergut-Transporten (Projektlogistik) im LOLO-Verfahren sollten Sie immer prüfen, ob das Zielhafenterminal über die erforderliche Hebekapazität verfügt oder ob ein "Geared Vessel" (Schiff mit eigenem Kran) gebucht werden muss, um Verzögerungen und Zusatzkosten zu vermeiden.

Fazit

Das LOLO-Verfahren bleibt auch 2026 die effizienteste Methode für den Massenumschlag von Containern. Durch die stetige Weiterentwicklung der Krantechnik und die Einbindung in digitale Logistikketten ermöglicht es die hohen Geschwindigkeiten und Kapazitäten, die das moderne Supply Chain Management fordert.

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