Logistik lexikon

Telematik in der Logistik: Definition, Nutzen & Systeme

Fachartikel: Telematik – Das Nervensystem der modernen Logistik

Der Begriff Telematik setzt sich aus den Wörtern „Telekommunikation“ und „Informatik“ zusammen. Er beschreibt die Technologie zur Verknüpfung von Informationsströmen mit dem physischen Transport. In der Logistik ist die Telematik das entscheidende Werkzeug, um den Status, die Position und den Zustand von Fahrzeugen und Waren in Echtzeit zu überwachen. Ein Telematiksystem im LKW sendet kontinuierlich Daten an die Zentrale, wodurch die Transportplanung von einer statischen Kalkulation zu einer dynamischen Steuerung wird.

Funktionsweise & Details: Wie Telematiksysteme arbeiten

Ein modernes Telematik-Setup besteht aus Hardware (Bordcomputer, Sensoren, GPS-Empfänger) und einer Software-Plattform zur Datenauswertung.

Die wichtigsten Funktionen im Überblick:

  1. Ortung (GPS): Echtzeit-Tracking der Position ermöglicht präzise Vorhersagen über die ETA (voraussichtliche Ankunftszeit) und hilft bei der Diebstahlprävention.
  2. Fahrzeugdaten-Management: Übermittlung von technischen Daten (Kraftstoffverbrauch, Reifendruck, Motordiagnose), was die Planung von Wartungsintervallen erleichtert.
  3. Fahrer-Monitoring: Überwachung der Lenk- und Ruhezeiten, um Verstöße gegen die Sozialvorschriften und eine drohende Halterhaftung zu vermeiden.
  4. Kommunikation: Direkter Datenaustausch zwischen Disponent und Fahrer (z. B. Übermittlung digitaler Rollkarten oder neuer Aufträge via Speditionssoftware).
  5. Sensorik: Überwachung sensibler Frachten, beispielsweise der Temperaturkontrolle bei Kühlgut oder Erschütterungssensoren für empfindliches Stückgut.

[Image: A high-tech digital interface overlaying a moving truck, showing real-time icons for GPS location, fuel level, remaining driving hours, and cargo temperature]

Praxis-Relevanz: Warum Telematik für das Flottenmanagement unverzichtbar ist

Telematik ist heute kein „Nice-to-have“ mehr, sondern eine wirtschaftliche Notwendigkeit, um im Wettbewerb zu bestehen.

Die zentralen Vorteile:

  • Kostensenkung: Durch die Analyse des Fahrverhaltens kann der Kraftstoffverbrauch um bis zu 15 % gesenkt werden. Zudem werden Leerkilometer durch effizientere Tourenplanung minimiert.
  • Servicequalität: Kunden erhalten automatisierte Benachrichtigungen (Avis) über den Sendungsstatus, was die Transparenz in der Logistikkette massiv erhöht.
  • Sicherheit: Notrufsysteme (eCall) und Warnungen bei kritischen Fahrzeugzuständen schützen Fahrer und Ware.
  • Prozessautomatisierung: Die Integration von Telematikdaten in das Transport Management System (TMS) ermöglicht eine automatisierte Abrechnung auf Basis der tatsächlich gefahrenen Kilometer und Standzeiten.

Telematik und Nachhaltigkeit

Im Zuge von Green Logistics hilft Telematik dabei, den CO2-Fußabdruck pro Tonnenkilometer genau zu berechnen und durch optimierte Routen und Fahrweisen nachhaltig zu reduzieren. Dies ist besonders relevant für die Einstufung in die neuen CO2-Mautklassen.

Fazit

Telematik ist das Gehirn hinter jeder effizienten Flotte. Sie verwandelt anonyme Fahrzeuge in smarte Datenquellen, die eine lückenlose Kontrolle der Supply Chain ermöglichen. Durch die intelligente Verknüpfung von GPS-Ortung, Fahrzeugdiagnose und Kommunikation steigern Unternehmen nicht nur ihre Profitabilität, sondern auch ihre Zuverlässigkeit gegenüber dem Kunden. In einer zunehmend digitalisierten Welt ist die Telematik die Grundvoraussetzung für die autonome und vernetzte Logistik der Zukunft.

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