In einer globalisierten Wirtschaft, die von immer kürzeren Lieferzeiten und hohem Kostendruck geprägt ist, suchen Logistikmanager ständig nach Wegen, Prozesse zu beschleunigen. Cross Docking (im Deutschen auch als Kreuzverkupplung bezeichnet) ist eine Logistikstrategie, die genau hier ansetzt: Sie eliminiert den klassischen, zeitaufwendigen Prozess der Einlagerung. Statt Waren nach dem Eintreffen im Lager auf Regalplätze zu verteilen, werden sie direkt vom Wareneingang zum Warenausgang weitergeleitet. Dieses „Umschlagen ohne Zwischenlagerung“ macht das Cross Docking Lager zu einer hochdynamischen Drehscheibe, die den Warenfluss beschleunigt und die Kapitalbindung massiv reduziert.
Die Cross Docking Definition umfasst verschiedene Varianten, die sich primär im Grad der Konfektionierung und Bearbeitung im Umschlagspunkt unterscheiden. Ziel ist in jedem Fall die Synchronisation von Inbound- und Outbound-Logistik.
Beim einstufigen Verfahren erfolgt die Kommissionierung der Ware bereits durch den Absender bzw. Lieferanten. Die Güter treffen bereits endkundenbezogen verpackt und etikettiert im Cross Docking Lager ein.
Hierbei werden die Waren vom Lieferanten meist sortenrein oder in großen Einheiten angeliefert. Erst im Cross Docking Lager erfolgt die Umkommissionierung.
Dieses Modell beinhaltet zusätzliche wertschöpfende Dienstleistungen (Value Added Services) wie das Etikettieren, das Anbringen von Preisschildern oder das Bilden von Displays für den Handel direkt am Umschlagspunkt.
Für Speditionen, Einzelhändler und E-Commerce-Riesen wie Amazon ist Cross Docking Logistik das Fundament für Skalierbarkeit und Schnelligkeit. Besonders bei Schnelldrehern (Fast Moving Consumer Goods) oder Aktionsware ist dieses Modell überlegen.
Der Erfolg steht und fällt mit der Informationstechnologie. Ohne eine lückenlose Avisierung (ASN) und ein leistungsfähiges Transport Management System (TMS), das die eingehenden LKWs mit den abgehenden Touren in Echtzeit synchronisiert, entsteht im Cross Docking Lager schnell Chaos. Zudem müssen Lieferanten hochgradig zuverlässig sein, da Verzögerungen im Wareneingang sofort die gesamte Auslieferungskette blockieren.
Cross Docking verwandelt statische Lagergebäude in hochfrequente Logistikdrehscheiben. Es ist die radikale Antwort auf die Anforderung nach maximaler Effizienz in der Supply Chain. Während das Modell hohe Anforderungen an die IT-Schnittstellen und die Kooperation zwischen den Partnern stellt, sind die wirtschaftlichen Vorteile durch eingesparte Lager- und Personalkosten unschlagbar. In einer Zeit, in der Geschwindigkeit der neue Standard ist, bildet Cross Docking die Basis für eine agile und kundenorientierte Logistik.