In der Logistik beschreibt Redundanz das gezielte Vorhalten von zusätzlichen Ressourcen, Kapazitäten oder Informationen, die im Normalbetrieb nicht zwingend erforderlich sind, aber im Falle einer Störung die Fortführung der Prozesse garantieren. Während die klassische Logistik lange Zeit auf maximale Effizienz und "Lean Management" (Vermeidung jeglicher Verschwendung) setzte, hat im Jahr 2026 ein Umdenken stattgefunden: Redundanz wird heute als notwendige Investition in die Resilienz (Widerstandsfähigkeit) des Supply Chain Managements verstanden.
Um die Logistikqualität auch bei unvorhersehbaren Ereignissen zu halten, werden Redundanzen auf verschiedenen Ebenen geschaffen:
1. Bestandsredundanz (Sicherheitsbestände)Hierbei werden Warenmengen über den unmittelbaren Bedarf hinaus in der Hochregaltechnik gelagert.
2. Infrastruktur- und TechnikredundanzWichtige technische Systeme sind mehrfach vorhanden. Fällt eine Komponente aus, übernimmt sofort die zweite.
3. Transportredundanz (Multi-Sourcing & Modal Split)Anstatt sich auf einen Transportweg oder einen Dienstleister zu verlassen, werden Alternativen in die Transportplanung integriert.
Redundanz kostet Geld. Zusätzliche Lagerplätze, doppelte IT-Systeme oder Stand-by-Personal erhöhen die Betriebskosten. Die Herausforderung für Logistikmanager im Jahr 2026 besteht darin, das optimale Maß zu finden:
Im Jahr 2026 wird Redundanz zunehmend "smart" und datengetrieben gesteuert:
Experten-Tipp: Identifizieren Sie Ihre "Single Points of Failure". Wenn der Ausfall eines einzelnen Scanners an der Rampe oder eines spezifischen Lieferanten Ihre gesamte Produktion stoppt, ist die Einführung einer gezielten Redundanz an diesem Punkt wirtschaftlich fast immer sinnvoll.
Redundanz ist im Jahr 2026 kein Zeichen von Ineffizienz mehr, sondern ein Beleg für vorausschauende Planung. In einer volatilen Weltwirtschaft ist die Fähigkeit, schnell auf Back-up-Lösungen umzuschalten, der entscheidende Faktor, um Lieferversprechen einzuhalten und die Stabilität der Intralogistik zu sichern.