Die Chargenrückverfolgung (auch Traceability genannt) ist die Fähigkeit, den Weg einer Charge (einer Gruppe von Produkten, die unter identischen Bedingungen hergestellt wurden) lückenlos über alle Stufen der Logistikkette hinweg nachzuvollziehen. Dies umfasst den Weg vom Rohstofflieferanten über die Produktion und Lagerung bis hin zum Endempfänger. In Branchen wie der Lebensmittelindustrie, der Pharmazie und der Medizintechnik ist die Chargenrückverfolgung nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern eine strikte gesetzliche Anforderung, um im Falle von Mängeln gezielte Rückrufaktionen durchführen zu können.
Im Jahr 2026 sind die Anforderungen an die Transparenz so hoch wie nie zuvor. Die wichtigste rechtliche Basis in Europa ist die EU-Verordnung 178/2002 (Lebensmittelbasisverordnung), ergänzt durch branchenspezifische Gesetze wie die Medical Device Regulation (MDR).
Unternehmen sind gesetzlich verpflichtet, jederzeit Auskunft darüber geben zu können:
Die manuelle Erfassung von Chargennummern auf Papier ist im modernen Lagerbetrieb nicht mehr konkurrenzfähig. Die Umsetzung erfolgt heute digital und automatisiert.
MerkmalManuelle ErfassungDigitale Rückverfolgung (WMS)FehlerrisikoHoch (Zahlendreher)Minimal (automatischer Scan)GeschwindigkeitLangsamEchtzeitAuskunftsfähigkeitStunden bis TageSekunden (auf Knopfdruck)RevisionssicherheitSchwer nachweisbarLückenloses Audit-Log
Im Krisenfall (z. B. Verunreinigung eines Lebensmittels) entscheidet die Qualität der Chargenrückverfolgung über die Existenz des Unternehmens.
Die Chargenrückverfolgung ist das digitale Gedächtnis der Supply Chain. Sie schützt Verbraucher vor Risiken und Unternehmen vor unverhältnismäßigen Kosten bei Haftungsfragen. Durch die Integration von KI und Blockchain-Technologie wird die Rückverfolgung im Jahr 2026 noch fälschungssicherer und schneller. Wer seine Chargen im Griff hat, beweist nicht nur Gesetzeskonformität, sondern sichert die Integrität seiner gesamten Marke.