Logistik lexikon

Fachbodenregal: Definition, Vorteile & Einsatz im Lager

Fachartikel: Fachbodenregal – Der vielseitige Klassiker der Lagerlogistik

In der Welt der Intralogistik, in der oft große Palettenregale das Bild dominieren, ist das Fachbodenregal das unverzichtbare Rückgrat für die Lagerung von kleinteiligen, unpalettierten Gütern. Es handelt sich um ein Regalsystem, bei dem die Waren direkt auf horizontalen Böden (Fachböden) gelagert werden. Fachbodenregale sind primär für die manuelle Bestückung und Entnahme ausgelegt (Mann-zur-Ware-Prinzip) und finden sich in nahezu jedem Sektor – vom Ersatzteillager im Maschinenbau bis hin zum Kommissionierlager im E-Commerce. Durch ihre modulare Bauweise bieten sie ein Höchstmaß an Flexibilität und Raumausnutzung für alles, was zu klein oder zu unhandlich für eine Palette ist.

Funktionsweise & Details: Aufbau und Traglasten

Ein modernes Fachbodenregal zeichnet sich durch seine einfache, aber extrem robuste Konstruktion aus. Die meisten Systeme basieren heute auf Stecksystemen, die eine werkzeuglose Montage und schnelle Anpassung ermöglichen.

Komponenten eines Fachbodenregals

  • Regalrahmen (Stützen): Vertikale Profile, die die Last tragen und in denen die Fachböden eingehängt werden.
  • Fachböden: Die eigentlichen Lagerflächen, meist aus verzinktem Stahlblech oder Holzwerkstoffen gefertigt.
  • Aussteifung: Zur Stabilisierung werden entweder Kreuzstreben (Diagonalstreben) oder Längenriegel verwendet, um ein Kippen des Regals zu verhindern.
  • Zubehör: Trennwände, Schubladen, Schüttgutwannen oder Seitenwände ermöglichen eine hochgradige Individualisierung für spezifische Lagergüter.

Belastung und Kapazität

Bei der Planung müssen zwei Werte unterschieden werden:

  1. Fachlast: Das maximale Gewicht, mit dem ein einzelner Fachboden belastet werden darf (oft zwischen $50 \text{ kg}$ und $350 \text{ kg}$).
  2. Feldlast: Das Gesamtgewicht, das ein komplettes Regalfeld (alle Böden zusammen) tragen kann (bis zu mehreren Tonnen).

Praxis-Relevanz: Warum Fachbodenregale in der Logistik unverzichtbar sind

Trotz zunehmender Automatisierung bleibt das Fachbodenregal aufgrund seiner Anpassungsfähigkeit das bevorzugte System für die Kommissionierung.

Die zentralen Vorteile

  • Direkter Zugriff: Jede gelagerte Einheit ist ohne das Umsetzen anderer Waren sofort erreichbar. Dies ist ideal für eine hohe Pick-Frequenz.
  • Modularität: Regalsysteme können problemlos erweitert, in der Höhe verstellt oder umgebaut werden, wenn sich das Sortiment ändert.
  • Platzersparnis: Durch schmale Gänge und die Nutzung der gesamten Raumhöhe (auch als mehrstöckige Regalanlagen/Bühnen realisierbar) wird die Lagerkapazität maximiert.
  • Kosteneffizienz: Im Vergleich zu automatisierten Systemen oder schweren Palettenregalen ist die Investition für Fachbodenregale gering.

Einsatzgebiete

  • E-Commerce: Lagerung von kleinteiligen Versandartikeln (Textilien, Elektronik).
  • Werkstatt & Produktion: Bereitstellung von C-Teilen, Werkzeugen und Ersatzteilen.
  • Archiv: Revisionssichere Lagerung von Aktenordnern und Dokumenten (siehe auch: Dokumentenmanagement).
  • Pharma: Saubere und übersichtliche Lagerung von Medikamenten unter Einhaltung von Chargentrennungen.

Fazit

Das Fachbodenregal ist weit mehr als nur ein einfaches "Lagerregal". Es ist ein hochflexibles Werkzeug zur Prozessoptimierung. Durch die einfache Handhabung und die schier unendlichen Konfigurationsmöglichkeiten bildet es die Basis für Ordnung und Schnelligkeit im Kleinteilelager. Für Unternehmen bedeutet der Einsatz hochwertiger Fachbodensysteme nicht nur eine verbesserte Raumökonomie, sondern auch eine signifikante Steigerung der Kommissionierleistung. Wer auf eine strukturierte und skalierbare Lagerhaltung setzt, kommt am Klassiker Fachbodenregal nicht vorbei.

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