Unter Feeder-Verkehr (englisch to feed – füttern/zubringen) versteht man in der Logistik den Zubringerdienst, der Waren von kleineren, dezentralen Standorten zu den großen Hauptumschlagplätzen (Hubs) transportiert oder von dort wieder verteilt. Dieses System ist die physische Umsetzung des Hub-and-Spoke-Prinzips (Speichen-Nabe-Modell). In der Logistikkette des Jahres 2026 ist der Feeder-Verkehr essenziell, um die Effizienz der riesigen Hauptlauf-Fahrzeuge (Mega-Containerschiffe oder Frachtflugzeuge) zu gewährleisten, die aufgrund ihrer Größe nur wenige Häfen oder Flughäfen direkt anlaufen können.
In der maritimen Logistik bilden Feeder-Schiffe die Verbindung zwischen regionalen Häfen und den großen Gateway-Häfen (wie Rotterdam, Hamburg oder Singapur).
Auch in der Luftfahrt ist dieses Prinzip die Grundlage für globale Netzwerke. Hier erfolgt der Feeder-Dienst jedoch nicht nur über die Luft, sondern sehr häufig über die Straße.
Die Nutzung von Feeder-Strukturen bietet Unternehmen massive strategische Vorteile:
1. Wirtschaftlichkeit durch SkaleneffekteDie Hauptlauf-Verkehrsträger können maximal ausgelastet werden, da sie durch die Feeder-Dienste kontinuierlich mit Waren "gefüttert" werden. Dies senkt die Kosten pro Einheit innerhalb der gesamten Logistikkette.
2. Erschließung entlegener MärkteRegionen ohne Tiefwasserhafen oder Landebahn für Großraumflugzeuge bleiben durch Feeder-Dienste an den Welthandel angebunden.
3. Flexibilität in der TransportplanungFeeder-Dienste verkehren oft in höherer Frequenz als die großen Liniendienste. Dies ermöglicht eine agilere Reaktion auf kurzfristige Bedarfe in der Supply Chain.
Im Jahr 2026 steht der Feeder-Verkehr im Fokus technologischer Innovationen:
Wichtiger Hinweis: Bei der Kalkulation von Laufzeiten darf die "Transshipment-Zeit" (Umschlagszeit) im Hub nicht unterschätzt werden. Verzögerungen beim Umladen vom Feeder auf das Hauptschiff können die gesamte Logistikkette ins Stocken bringen.
Der Feeder-Verkehr ist der Garant für die Flächenabdeckung der globalen Logistik. Er verbindet das Lokale mit dem Globalen. Für Logistikentscheider ist das Verständnis dieser Zubringerdienste entscheidend, um die Gesamtlaufzeiten und Kostenstrukturen in See- und Luftfracht präzise steuern zu können.