Logistik lexikon

Durchlauflager: Definition, FIFO-Prinzip & Lagerlogistik

Fachartikel: Durchlauflager – Dynamik und Effizienz nach dem FIFO-Prinzip

In der modernen Lagerlogistik ist die Geschwindigkeit des Warenumschlags ein entscheidender Kostenfaktor. Das Durchlauflager (auch als Durchlaufregallager bekannt) ist eine spezialisierte Form der dynamischen Lagerhaltung, die darauf ausgelegt ist, Lagerprozesse zu straffen und die Wegzeiten für das Personal zu minimieren. Im Gegensatz zum statischen Fachbodenregal werden die Waren hier nicht an derselben Stelle ein- und ausgelagert. Stattdessen bewegen sich die Ladeeinheiten (z. B. Paletten oder Behälter) auf Rollenbahnen oder geneigten Ebenen von der Bestückungsseite zur Entnahmeseite. Dieses System ist die physische Umsetzung des FIFO-Prinzips (First-In-First-Out) und bietet signifikante Vorteile bei der Handhabung von Schnelldrehern und verderblichen Gütern.

Funktionsweise & Details: Schwerkraft als Antrieb

Die Funktionsweise eines Durchlauflagers basiert auf einer einfachen, aber effektiven Mechanik. Das Regalsystem ist leicht geneigt (meist zwischen 3 % und 5 %).

Das FIFO-Prinzip in der Praxis

  1. Einlagerung: Die Ware wird auf der einen Seite des Regals (Beschickungsseite) aufgegeben.
  2. Durchlauf: Durch die Neigung und die Schwerkraft gleitet die Ladeeinheit auf Rollenleisten selbstständig ans andere Ende des Regals. Bremstragrollen sorgen dabei für eine kontrollierte Geschwindigkeit, um Beschädigungen zu vermeiden.
  3. Entnahme: Die Kommissionierung erfolgt auf der gegenüberliegenden Seite (Entnahmeseite). Sobald eine Einheit entnommen wird, rücken die nachfolgenden Einheiten automatisch nach.

Technische Komponenten

Ein Durchlauflager besteht aus robusten Ständerrahmen, die mit Rollenteppichen ausgestattet sind. Je nach Ladungsgewicht kommen unterschiedliche Sicherungssysteme zum Einsatz:

  • Einfahrführungen: Erleichtern das präzise Aufsetzen der Paletten.
  • Nachlaufstopps: Verhindern, dass der Druck der nachfolgenden Paletten die vorderste Einheit bei der Entnahme beschädigt.
  • Trenneinrichtungen: Trennen die vorderste Palette vom restlichen Strang, um eine druckfreie Entnahme zu ermöglichen.

Praxis-Relevanz: Warum das Durchlauflager für die Logistik heute wichtig ist

Für Unternehmen mit hohen Umschlagshöhen, wie im Lebensmittelgroßhandel oder in der Produktionslogistik, bietet das Durchlauflager strategische Vorteile gegenüber herkömmlichen Systemen.

Zentrale Vorteile

  • Strikte Einhaltung von FIFO: Da die zuerst eingelagerte Ware zwangsläufig zuerst entnommen wird, eignet sich das System perfekt für Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) oder Chargenrückverfolgung (siehe auch: Charge).
  • Flächennutzung: Da zwischen den Regalzeilen keine Fahrwege für Stapler benötigt werden (Umschlag findet nur an den Stirnseiten statt), wird der vorhandene Raum maximal ausgenutzt.
  • Wegzeitoptimierung: Einlagerer und Kommissionierer arbeiten in getrennten Gängen. Dies verhindert gegenseitige Behinderungen und verkürzt die Greifzeiten massiv.
  • Kompakte Pufferung: Durchlauflager dienen oft als Pufferlager zwischen Produktion und Versand, um Schwankungen im Warenfluss auszugleichen.

Herausforderungen

Die Investitionskosten für ein Durchlauflager sind aufgrund der aufwendigen Rollentechnik höher als bei statischen Regalen. Zudem erfordert das System eine hohe Standardisierung der Ladehilfsmittel (z. B. einwandfreie Europaletten), da beschädigte Paletten zu Blockaden in den Rollenbahnen führen können.

Fazit

Das Durchlauflager ist das ideale System für alle Logistikbereiche, in denen Dynamik, Raumnutzung und die Einhaltung der Lagerreihenfolge Priorität haben. Durch die Trennung von Beschickung und Entnahme sowie die Nutzung der Schwerkraft werden Prozesse nicht nur schneller, sondern auch sicherer. In einer Zeit, in der die Anforderungen an die Durchlaufzeit stetig steigen, bildet das Durchlauflager ein mechanisches Fundament für hocheffiziente Lieferketten. Für Logistikplaner bleibt es ein unverzichtbares Werkzeug, um Schnelldreher mit maximaler Präzision zu steuern.

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