Logistik lexikon

Logistiksoftware: Typen, Vorteile & Auswahl-Guide (2025)

Fachartikel: Logistiksoftware – Das digitale Nervensystem Ihrer Supply Chain

In einer Welt, in der Lieferketten immer komplexer und Kundenanforderungen immer höher werden, ist Logistiksoftware längst kein optionales Hilfsmittel mehr, sondern die Grundvoraussetzung für wirtschaftliches Überleben. Unter dem Oberbegriff Logistiksoftware werden alle IT-Lösungen zusammengefasst, die der Planung, Steuerung, Durchführung und Optimierung von Waren- und Informationsflüssen dienen. Von der ersten Bestellung im Onlineshop bis zur Auslieferung an der Haustür sorgt Software dafür, dass Prozesse automatisiert, Daten in Echtzeit verfügbar und Entscheidungen faktenbasiert getroffen werden können.

Die verschiedenen Typen von Logistiksoftware

Je nachdem, welcher Teil der Logistikkette betrachtet wird, kommen unterschiedliche spezialisierte Systeme zum Einsatz:

1. Transport Management Systeme (TMS)

Ein TMS ist für die Planung und Ausführung von Transporten zuständig. Es unterstützt bei der Frachtführerwahl, der Transportplanung, der Frachtabrechnung und dem Sendungstracking (siehe ETA).

  • Nutzen: Senkung der Frachtkosten durch Laderaumoptimierung und Vermeidung von Leerfahrten.

2. Warehouse Management Systeme (WMS)

Das WMS (oder Lagerverwaltungssystem) steuert alle Vorgänge innerhalb des Lagers. Es verwaltet die Lagerplätze, optimiert die Kommissionierung und steuert die Bestandsführung.

  • Nutzen: Höhere Pick-Geschwindigkeit und drastische Reduzierung der Fehlerquote in der Intralogistik.

3. ERP-Systeme mit Logistikmodul

Enterprise Resource Planning Systeme bilden die gesamte betriebliche Wertschöpfung ab. Logistikmodule im ERP verknüpfen den Vertrieb und Einkauf direkt mit der Lagerhaltung und Produktion.

4. Flottenmanagement & Telematik

Diese Softwarelösungen kommunizieren direkt mit dem LKW. Sie überwachen Lenk- und Ruhezeiten, den Kraftstoffverbrauch und den technischen Zustand der Fahrzeuge.

[Image: A modular software architecture diagram showing how TMS, WMS, and ERP systems communicate via EDI and share a central database for end-to-end visibility]

Praxis-Relevanz: Warum die richtige Software den Unterschied macht

Der Einsatz von Logistiksoftware verwandelt starre Prozesse in agile, datengesteuerte Abläufe.

Die zentralen Vorteile

  • Automatisierung: Wiederkehrende Aufgaben wie die Erstellung einer Ladeliste oder die Sendungsavisierung erfolgen automatisch, was wertvolle Personalressourcen schont.
  • Transparenz: Durch die Vernetzung via EDI (Electronic Data Interchange) wissen alle Partner jederzeit, wo sich die Ware befindet.
  • Skalierbarkeit: Moderne Cloud-Lösungen (SaaS) ermöglichen es Unternehmen, ihre IT-Kapazitäten flexibel an wachsende Sendungsvolumina anzupassen.
  • Kostensenkung: Durch die Vermeidung von Fehlern und die Optimierung von Wegen im Lager und auf der Straße sinken die Prozesskosten nachhaltig.

Auswahlkriterien für Unternehmen

Bei der Auswahl von Logistiksoftware sollten Unternehmen nicht nur auf den Funktionsumfang achten. Entscheidend sind die Benutzerfreundlichkeit (Usability), die Integrationsfähigkeit in bestehende Systeme (Schnittstellen) und die Zukunftsfähigkeit des Anbieters. Auch die mobile Nutzbarkeit via Handscanner oder Fahrer-Apps ist heute ein Muss-Kriterium.

Fazit

Logistiksoftware ist der Treibstoff für die Logistik 4.0. Sie macht das Unsichtbare sichtbar und das Komplexe beherrschbar. Unternehmen, die konsequent in moderne IT-Infrastrukturen investieren, sichern sich nicht nur operative Effizienz, sondern gewinnen die notwendige Agilität, um in einem volatilen Marktumfeld zu bestehen. Ob TMS, WMS oder integrierte ERP-Lösungen – die Digitalisierung der Logistikkette ist der einzige Weg zu dauerhafter Wettbewerbsfähigkeit.

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