Fachartikel: Blockpalette – Der Standard für effizientes Handling
In der modernen Lager- und Transportlogistik ist die Blockpalette einer der am weitesten verbreiteten Ladungsträger. Ihr Name leitet sich von ihrer charakteristischen Konstruktion ab: Anstelle von durchgehenden Längsbalken werden neun massive Blöcke (aus Vollholz oder Pressholz) verwendet, um die obere Deckfläche mit den Bodenbrettern zu verbinden. Dieser Aufbau macht sie zu einer sogenannten 4-Wege-Palette, da sie von allen vier Seiten mit Flurförderzeugen wie Gabelstaplern oder Hubwagen aufgenommen werden kann. Die bekannteste Vertreterin dieser Gattung ist die klassische Europalette.
Der Aufbau einer Blockpalette
Eine Blockpalette besteht aus mehreren Komponenten, die im Verbund für eine extrem hohe Tragfähigkeit und Formstabilität sorgen:
- Deckbretter: Die oberste Ebene, auf der die Ware aufliegt. Die Anzahl und Breite der Bretter variiert je nach Belastungsklasse.
- Querbretter: Sie verlaufen rechtwinklig unter den Deckbrettern und verbinden diese mit den Blöcken.
- Blöcke (Klötze): In der Regel neun Stück. Sie bestimmen die Höhe der Einfahröffnungen und tragen die Hauptlast.
- Bodenbretter: Sie bilden die Basis. Je nach Ausführung (z. B. Rahmenboden oder 3-Kufen) sorgen sie für die notwendige Stabilität beim Stapeln und im Hochregal.
[Image: A technical cross-section of a wooden block pallet highlighting the nine supporting blocks and the four-way entry points for forklift tines in a modern warehouse setting]
Vorteile und Unterschiede zur Balkenpalette
Die Wahl des richtigen Palettentyps hat direkten Einfluss auf die Effizienz der Logistikkette. Die Blockpalette hat sich gegenüber der Balkenpalette (Stringer Pallet) in vielen Bereichen durchgesetzt.
Die wichtigsten Vorteile:
- Allseitige Befahrbarkeit: Die 4-Wege-Einfahrbarkeit spart Zeit beim Rangieren und ermöglicht eine flexiblere Beladung von LKW und Containern.
- Hochregal-Tauglichkeit: Durch die stabile Konstruktion und die meist umlaufenden Bodenbretter ist sie ideal für automatisierte Lager und Hochregalsysteme geeignet.
- Langlebigkeit: Blockpaletten sind robust und lassen sich bei Beschädigungen (z. B. eines einzelnen Klotzes) leichter reparieren als Balkenpaletten.
Vergleich: Blockpalette vs. Balkenpalette
MerkmalBlockpaletteBalkenpalette (Stringer)Einfahrbarkeit4-seitig (4-Way)Meist 2-seitig (2-Way)KonstruktionKlötze/BlöckeDurchgehende LängsbalkenFlexibilitätSehr hochEingeschränktAutomatisierungOptimal geeignetNur bedingt geeignet
Praxis-Relevanz im Jahr 2026: Smart Pallets und Nachhaltigkeit
Im Jahr 2026 ist die Blockpalette mehr als nur Holz. Sie ist ein Informationsträger.
- IoT-Integration: Viele Blockpaletten sind heute mit RFID-Chips oder IoT-Sensoren ausgestattet, die Standort und Zustand (z. B. Stöße oder Temperatur) in Echtzeit an das Transport Management System (TMS) melden.
- Kreislaufwirtschaft: Die Standardisierung der Blockpalette (wie bei der EPAL) ermöglicht effiziente Tauschsysteme. Dies reduziert Leerfahrten und unterstützt die Nachhaltigkeitsziele (Green Logistics) von Unternehmen.
- Materialinnovationen: Neben Holz gewinnen Blockpaletten aus recyceltem Kunststoff oder Verbundwerkstoffen an Bedeutung, da sie leichter zu reinigen (HACCP-konform) und vollständig recycelbar sind.
Fazit
Die Blockpalette bleibt das Rückgrat der globalen Warenströme. Ihr durchdachter Aufbau ermöglicht ein Maximum an Flexibilität im Handling und eine nahtlose Integration in automatisierte Prozesse. Unternehmen, die auf standardisierte Blockpaletten setzen, profitieren von niedrigeren Prozesskosten und einer höheren Kompatibilität innerhalb ihrer Supply Chain.