In der Logistik wird oft zwischen Verkehrsmitteln und Verkehrsträgern unterschieden, obwohl beide Begriffe im Alltag häufig vermischt werden. Ein Verkehrsträger ist die übergeordnete Einheit, die aus dem Verkehrsweg (der Infrastruktur), dem Verkehrsmittel (dem Fahrzeug) und der Verkehrsorganisation besteht. Er definiert das Medium, auf dem die Güterbewegung stattfindet. Das Verständnis der verschiedenen Verkehrsträger ist essenziell für die Transportplanung, um die optimale Balance zwischen Kosten, Zeit und Umweltbelastung zu finden.
In der klassischen Logistiklehre werden fünf Hauptverkehrsträger unterschieden, die jeweils spezifische Infrastrukturen nutzen:
Nutzt das öffentliche Straßennetz. Er ist der dominanteste Verkehrsträger in Europa und unverzichtbar für die flächendeckende Versorgung.
Nutzt das Gleisnetz. Er ist besonders leistungsfähig für Massengüter und lange Distanzen.
Unterteilt in Binnenschifffahrt (Flüsse/Kanäle) und Seeschifffahrt (Ozeane). Er bildet das Rückgrat des Welthandels.
Nutzt den Luftraum und Flughäfen als Terminals. Er ist der schnellste, aber auch teuerste Weg.
Ein spezialisierter Verkehrsträger für flüssige oder gasförmige Güter.
Die Verteilung des gesamten Transportaufkommens auf die verschiedenen Verkehrsträger nennt man Modal Split. Unternehmen versuchen heute verstärkt, den Modal Split zugunsten umweltfreundlicherer Träger wie Schiene oder Wasser zu verschieben (Green Logistics).
Die moderne Logistik setzt selten auf nur einen Verkehrsträger. Im Kombinierten Verkehr werden die Vorteile vernetzt: Der LKW übernimmt die Flexibilität im Vor- und Nachlauf, während die Schiene oder das Schiff die Effizienz im Hauptlauf sicherstellen. Gesteuert wird diese komplexe Interaktion heute über leistungsstarke Transport Management Systeme (TMS).
Der Verkehrsträger bildet den infrastrukturellen Rahmen, in dem sich die Logistik bewegt. Jede Art hat ihre Berechtigung und ihre spezifischen Stärken. In einer Zeit des Klimawandels und steigender Energiekosten liegt die Herausforderung für Speditionen darin, die Verkehrsträger so intelligent zu kombinieren, dass eine resiliente und nachhaltige Logistikkette entsteht. Wer die Charakteristika der Verkehrsträger versteht und digital vernetzt, optimiert nicht nur seine Kosten, sondern sichert auch die langfristige Lieferfähigkeit in einem globalen Markt.