Logistik lexikon

Packstück & Kollo: Definition, Kennzeichnung & Regeln

Fachartikel: Packstück – Die kleinste Einheit im Versand

In der Welt der Logistik ist ein Packstück die kleinste Einheit einer Sendung, die für den Transport verpackt und als Ganzes gehandhabt wird. Ein Packstück besteht aus dem eigentlichen Packgut (der Ware) und der Packmittel (der Umverpackung). In Frachtbriefen und Transportdokumenten wird oft auch das Synonym Kollo (Plural: Kolli) verwendet. Die genaue Definition und Anzahl der Packstücke ist entscheidend für die Frachtkostenberechnung, die Haftung im Schadensfall und die Effizienz der gesamten Transportkette.

Funktionsweise & Details: Packstück vs. Ladeeinheit

Oft werden Packstücke mit Ladeeinheiten verwechselt, doch es gibt einen klaren hierarchischen Unterschied:

Die Hierarchie im Versand

  1. Packgut: Das einzelne Produkt (z. B. ein Smartphone).
  2. Packstück (Kollo): Das Produkt in seiner schützenden Umverpackung (z. B. ein Karton mit 10 Smartphones).
  3. Ladeeinheit: Mehrere Packstücke, die für den Transport zusammengefasst werden (z. B. 20 Kartons auf einer Europalette, gesichert durch Stretchfolie).

Die Kennzeichnungspflicht

Jedes Packstück muss eindeutig gekennzeichnet sein, um Fehlleitungen zu vermeiden. Zentrales Element ist hierbei die NVE (Nummer der Versandeinheit), die als Barcode auf dem Versandetikett aufgebracht wird. Mit einem Handscanner kann so an jedem Umschlagspunkt sofort festgestellt werden, zu welchem Auftrag das Packstück gehört und wohin es transportiert werden muss.

Praxis-Relevanz: Warum die korrekte Angabe der Packstücke kritisch ist

Für Disponenten und Lagerleiter ist die präzise Erfassung der Packstücke die Basis für eine funktionierende Intralogistik und Transportplanung.

Die Bedeutung für die Abwicklung:

  • Frachtkontrolle: Bei der Warenübernahme prüft der Fahrer, ob die Anzahl der physischen Kolli mit den Angaben auf dem Frachtbrief oder der Ladeliste übereinstimmt. Abweichungen müssen sofort vermerkt werden.
  • Haftung: Tritt ein Schaden auf, bezieht sich die Haftungsgrenze (z. B. nach ADSp oder CMR) oft auf das Gewicht oder die Anzahl der beschädigten Packstücke.
  • Laderaumoptimierung: Die Abmessungen und das Gewicht jedes Packstücks sind die Basisdaten für Softwarelösungen zur Laderaumoptimierung, um den Platz im LKW bestmöglich auszunutzen.
  • Verlustprävention: Durch das Tracking der einzelnen Packstücke via Logistiksoftware kann bei Verlust genau festgestellt werden, an welcher Schnittstelle das Kollo zuletzt gescannt wurde.

Anforderungen an die Verpackung

Ein Packstück muss so beschaffen sein, dass es den Beanspruchungen des gewählten Verkehrsträgers (z. B. Erschütterungen im LKW oder Druck bei der Stapelung im Seecontainer) standhält. Eine mangelhafte Verpackung kann zum Verlust des Versicherungsschutzes führen.

Fazit

Das Packstück ist das atomare Element der Logistik. Es schützt die Ware und trägt die notwendigen Informationen für den Transport. Eine saubere Definition und Kennzeichnung der Kolli ist der Schlüssel zu transparenten Prozessen und einer reibungslosen Übergabe zwischen den Beteiligten der Supply Chain. Wer seine Packstücke im Griff hat – vom passgenauen Karton bis zum digitalen Scan –, minimiert Schäden und maximiert die Geschwindigkeit in der Distribution.

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