Logistik lexikon

LCL (Less than Container Load): Definition & Vorteile

Fachartikel: LCL – Die effiziente Lösung für kleinere Seefracht-Sendungen

Im globalen Seehandel ist nicht jede Sendung groß genug, um einen ganzen Container zu füllen. Hier kommt das LCL-Verfahren (Less than Container Load) ins Spiel. LCL beschreibt eine Transportform, bei der sich mehrere Versender einen ISO-Container teilen. Anstatt für einen unterbelegten Container den vollen Preis zu zahlen, buchen Verlader nur den tatsächlich benötigten Platz (gemessen in Kubikmetern oder Gewicht). Dieser Prozess der Konsolidierung macht den weltweiten Handel auch für kleine und mittlere Unternehmen sowie für geringere Warenmengen wirtschaftlich attraktiv.

Funktionsweise & Details: Von der Beiladung zum Sammelcontainer

Der LCL-Prozess ist operativ komplexer als ein Vollcontainer-Transport (FCL), da zusätzliche Schritte im Hafen erforderlich sind.

Der LCL-Ablauf (Sammelgutverkehr zur See)

  1. Anlieferung: Die einzelnen Sendungen werden vom Versender zu einem Container Freight Station (CFS) im Abfahrtshafen gebracht.
  2. Stauen (Stuffing): Im CFS werden die verschiedenen Sendungen unterschiedlicher Kunden professionell in einen Container geladen (konsolidiert).
  3. Hauptlauf: Der Sammelcontainer wird auf das Containerschiff verladen und zum Zielhafen transportiert.
  4. Entladen (Stripping): Im Zielhafen wird der Container wieder zum CFS gebracht und entladen (dekonsolidiert).
  5. Zustellung: Die einzelnen Partien werden verzollt und per LKW (Nachlauf) an die jeweiligen Empfänger ausgeliefert.

Abrechnung nach Maß

Die Kosten für LCL-Sendungen werden nach dem Prinzip „Maß oder Gewicht“ (Weight/Measurement) berechnet, wobei meist die höhere Einheit zur Abrechnung herangezogen wird. Die Standardeinheit ist hierbei der Kubikmeter ($m^3$).

Praxis-Relevanz: Wann ist LCL die richtige Wahl?

Die Entscheidung zwischen LCL und FCL hängt primär vom Volumen und der Dringlichkeit der Sendung ab.

Die zentralen Vorteile

  • Kosteneffizienz: Sie zahlen nur für den Raum, den Sie wirklich nutzen. Das schont das Budget bei kleineren Beständen oder Testlieferungen.
  • Flexibilität: Unternehmen müssen nicht warten, bis sie genug Ware für einen vollen Container zusammenhaben, was den Lagerumschlag erhöht.
  • Bestandsmanagement: LCL unterstützt Just-in-Time-Konzepte, da häufigere, kleinere Lieferungen möglich sind statt seltener Großlieferungen.

Herausforderungen und Risiken

  • Längere Laufzeiten: Durch das Be- und Entladen im CFS sowie die Zollabwicklung mehrerer Parteien dauert LCL meist 3–5 Tage länger als FCL.
  • Erhöhtes Schadensrisiko: Da die Ware öfter angefasst und zusammen mit fremder Fracht gestaut wird, ist eine fachgerechte Verpackung und Ladungssicherung essenziell.
  • Nebenkosten: Im Zielhafen können fixe Gebühren anfallen, die bei sehr kleinen Sendungen die Ersparnis gegenüber FCL teilweise wieder auffressen.

Fazit

LCL (Less than Container Load) ist der "Bus" unter den Seefracht-Transporten – effizient, gemeinschaftlich genutzt und kostengünstig. Es ermöglicht Unternehmen jeder Größe den Zugang zu globalen Märkten, ohne die Kosten für ganze Container tragen zu müssen. Durch eine kluge Transportplanung und die Nutzung moderner TMS-Lösungen zur Überwachung der ETA lassen sich die zeitlichen Nachteile von LCL minimieren. Wer seine Warenströme flexibel und kostenbewusst steuern will, kommt an der LCL-Logistik nicht vorbei.

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