Fachartikel: Reach-Stacker – Das Kraftpaket im Container-Handling
Ein Reach-Stacker (auch Greifstapler genannt) ist ein schweres Flurförderzeug, das speziell für den Umschlag und das Stapeln von ISO-Containern sowie Wechselbrücken entwickelt wurde. Im Gegensatz zu herkömmlichen Gabelstaplern hebt der Reach-Stacker die Last nicht mit Gabeln von unten, sondern mit einem sogenannten Spreader von oben. In der Logistikkette des Jahres 2026 ist er aufgrund seiner enormen Flexibilität das wichtigste Gerät für kleine bis mittelgroße Containerterminals und Binnenhäfen.
Funktionsweise und technische Merkmale
Der Reach-Stacker kombiniert die Eigenschaften eines Fahrzeugkranes mit denen eines Staplers:
- Teleskopausleger: Das Herzstück ist der hydraulische Teleskoparm. Er ermöglicht es dem Gerät, Container nicht nur in der ersten Reihe zu stapeln, sondern auch über andere Container hinweg in die zweite oder dritte Reihe zu greifen ("Reach").
- Spreader-Technik: Der Greifrahmen (Spreader) verriegelt sich über Twistlocks in den Eckbeschlägen des Containers. Moderne Spreader können 20-Fuß- und 40-Fuß-Container ohne Umbau aufnehmen.
- Hohe Tragkraft: Reach-Stacker sind für Lasten von bis zu 45 Tonnen ausgelegt. Damit können sie voll beladene Container sicher bis zu fünf oder sechs Ebenen hoch stapeln.
- Wendigkeit: Trotz seiner Größe ist der Reach-Stacker sehr mobil und kann Container schnell zwischen Lagerblock, Lkw und Bahnwaggon bewegen.
Einsatzgebiete in der Hafen- und Bahnlogistik
Der Reach-Stacker ist ein Allrounder im Supply Chain Management:
- Container-Depots: Hier werden leere und volle Einheiten platzsparend gestapelt. Die Fähigkeit, in die Tiefe zu stapeln, maximiert die Flächennutzung.
- Trimoda-Terminals: Beim Umschlag von der Schiene auf die Straße ist der Reach-Stacker ideal, da er Container über einen Lkw hinweg direkt auf einen Waggon setzen kann.
- Hafenlogistik: In Seehäfen ergänzt er die großen Containerbrücken, indem er die Ladeeinheiten im Hinterland-Bereich sortiert und für die Transportplanung bereitstellt.
Praxis-Relevanz 2026: Automatisierung und Elektro-Mobilität
Im Jahr 2026 hat sich die Technik der Reach-Stacker maßgeblich weiterentwickelt:
- Zero-Emission-Antriebe: Viele Reach-Stacker werden 2026 rein elektrisch oder mit Wasserstoff-Brennstoffzellen betrieben, um die Ziele der Green Logistics zu erreichen.
- Assistenzsysteme & KI: Kamerasysteme erkennen 2026 Hindernisse und Container-IDs automatisch. Die KI unterstützt den Fahrer beim präzisen Ansetzen des Spreaders, was die Logistikqualität erhöht und Unfälle vermeidet.
- Digitale Integration: Über Middleware-Lösungen wie GM-DocuStream werden die Bewegungsdaten des Reach-Stackers in Echtzeit an das Terminal Operating System (TOS) übertragen. Jede Containerbewegung wird automatisch quittiert.
- Remote Control: Erste Terminals setzen 2026 Reach-Stacker ein, die von einem Operator aus einer Zentrale ferngesteuert werden, was die Ergonomie und Sicherheit verbessert.
Experten-Tipp: Achten Sie bei der Einsatzplanung auf die Bodenbelastung. Ein voll beladener Reach-Stacker übt einen enormen Druck auf den Untergrund aus. Für einen dauerhaften Betrieb ist eine befestigte und tragfähige Fläche (Schwerlastasphalt oder Beton) zwingend erforderlich.
Fazit
Der Reach-Stacker ist im Jahr 2026 unverzichtbar für einen dynamischen Containerumschlag. Er bietet die perfekte Balance zwischen Tragkraft, Reichweite und Mobilität. Durch die Einbindung in digitale Netzwerke und den Umstieg auf nachhaltige Antriebe bleibt er auch in der modernen, automatisierten Logistikwelt ein zentrales Element der Intralogistik.