Logistik lexikon

SSCC: Aufbau, Bedeutung & GS1-Standard für die Logistik

Fachartikel: SSCC – Der digitale Fingerabdruck der Ladeeinheit

Der SSCC (Serial Shipping Container Code), im deutschen Sprachraum auch als NVE (Nummer der Versandeinheit) bekannt, ist die weltweit eindeutige Identifikationsnummer für Logistikeinheiten. Er ist das wichtigste Element des GS1-Standards und dient dazu, eine Ladeeinheit (z. B. eine Palette oder ein Paket) über die gesamte Logistikkette hinweg eindeutig zu identifizieren und zu verfolgen. Während die GTIN (Global Trade Item Number) den Produkttyp kennzeichnet, identifiziert der SSCC ein ganz spezifisches, physisches Versandstück.

Der Aufbau des 18-stelligen Codes

Ein SSCC ist immer 18 Stellen lang und rein numerisch aufgebaut. Er enthält keine Informationen über den Inhalt der Sendung, sondern fungiert als reiner Referenzschlüssel zu den Daten im System:

  1. Reserveziffer (1 Stelle): Dient zur Erweiterung des Nummernkreises (Werte 0–9).
  2. GS1-Basisnummer (7 bis 9 Stellen): Die individuelle Identifikationsnummer des Unternehmens, das die Einheit kennzeichnet.
  3. Serielle Referenz (6 bis 8 Stellen): Eine fortlaufende Nummer, die vom Unternehmen vergeben wird, um jede Palette/Einheit weltweit einmalig zu machen.
  4. Prüfziffer (1 Stelle): Wird mathematisch aus den vorangegangenen 17 Ziffern berechnet, um Lesefehler auszuschließen.

Der SSCC wird in der Regel im Barcode-Standard GS1-128 verschlüsselt, wobei der Datenbezeichner (Application Identifier) "00" vorangestellt wird, um dem Scanner zu signalisieren, dass nun ein SSCC folgt.

Bedeutung für das Supply Chain Management

Der Einsatz des SSCC ist die Grundvoraussetzung für moderne Logistikprozesse:

  • Lückenlose Rückverfolgbarkeit: Vom Wareneingang über die Intralogistik bis zur Heckbeladung kann jede Bewegung der Palette digital dokumentiert werden.
  • Elektronischer Datenaustausch (EDI): Der SSCC ist der Schlüssel in der Lieferavisierung (DESADV). Der Empfänger scannt bei Ankunft nur den SSCC-Barcode und weiß sofort, welche Artikel sich in welcher Menge auf der Palette befinden.
  • Automatisierung: Automatische Sortieranlagen und Fördertechniken nutzen den SSCC zur Steuerung des Materialflusses, ohne das Paket öffnen zu müssen.
  • Logistikqualität: Verwechslungen beim Verladen werden nahezu ausgeschlossen, da das System beim Scannen sofort warnt, wenn eine Palette für eine falsche Route vorgesehen ist.

Praxis-Relevanz 2026: SSCC im Zeitalter von IoT und Middleware

Im Jahr 2026 ist der SSCC weit mehr als nur ein Aufkleber auf einer Palette:

  • Smarte Ladeeinheiten: In Verbindung mit RFID oder kostengünstigen IoT-Trackern sendet der SSCC 2026 permanent Status- und Positionsdaten an das Supply Chain Management.
  • Middleware-Integration: Lösungen wie GM-DocuStream verknüpfen den SSCC 2026 automatisch mit allen digitalen Begleitpapieren. Ein Scan des SSCC an der Rampe generiert in Echtzeit den digitalen eCMR oder Zollpapiere.
  • KI-gestützte Fehlererkennung: Bildverarbeitungssysteme vergleichen 2026 das physische Erscheinungsbild der Palette mit den im SSCC hinterlegten Daten und erkennen Abweichungen (z. B. beschädigte Kartons) sofort.
  • Nachhaltigkeit: Durch die eindeutige Identifikation wird 2026 auch die Rückführung von Mehrweg-Ladeeinheiten in der Reverse Logistics effizient gesteuert, was den CO2-Fußabdruck senkt.

Experten-Tipp: Achten Sie darauf, dass der SSCC-Nummernkreis ausreichend groß gewählt wird. Ein einmal vergebener SSCC darf laut GS1-Regelwerk erst nach einer Sperrfrist von 12 Monaten erneut verwendet werden, um Überschneidungen in der globalen Logistik zu vermeiden.

Fazit

Der SSCC ist im Jahr 2026 das unverzichtbare Bindeglied zwischen physischer Ware und digitalem Datenstrom. Er ermöglicht erst die hohe Geschwindigkeit und Präzision, die moderne Logistiknetzwerke fordern. Durch die Standardisierung nach GS1 ist er die "Weltsprache" der Logistik, die eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Herstellern, Speditionen und dem Handel garantiert.

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