In der Logistik beschreibt die Verweilzeit die Zeitspanne, die ein Objekt (Ware, Ladungsträger oder Fahrzeug) an einem bestimmten Ort oder in einem definierten Prozessabschnitt verbringt. Sie ist eine der kritischsten Kennzahlen im Supply Chain Management, da eine hohe Verweilzeit meist mit gebundenem Kapital, blockierten Ressourcen und erhöhten Kosten korreliert. Im Jahr 2026 wird die Verweilzeit in Echtzeit überwacht, um Engpässe in der Logistikkette sofort zu identifizieren.
Man unterscheidet primär zwei Formen der Verweilzeit:
Die durchschnittliche Verweilzeit eines Objekts im System lässt sich mathematisch über das Little’sche Gesetz herleiten. In der Praxis wird sie oft als Quotient aus dem durchschnittlichen Bestand und dem Durchsatz berechnet:
$$t_{v} = \frac{\bar{B}}{\dot{m}}$$
Variablen-Erklärung:
Eine Reduzierung von $\bar{B}$ bei gleichbleibendem Durchsatz führt unmittelbar zu einer Senkung der Verweilzeit und damit zu einer höheren Umschlagshäufigkeit.
Um die Verweilzeiten zu minimieren und die Logistikqualität zu steigern, setzen Unternehmen 2026 auf folgende Ansätze:
Im Jahr 2026 ist die Verweilzeit keine historische Kennzahl mehr, sondern ein dynamisches Steuerungsinstrument:
Experten-Tipp: Analysieren Sie die Verweilzeit differenziert nach "Wertschöpfend" (Bearbeitung) und "Nicht-Wertschöpfend" (Warten). Oft entfallen 80 % der gesamten Durchlaufzeit auf nicht-wertschöpfende Verweilzeiten, die durch einfache prozessuale Anpassungen oder bessere Middleware-Kommunikation eliminiert werden können.
Die Verweilzeit ist im Jahr 2026 das Fieberthermometer der Logistik. Eine konsequente Minimierung dieser Kennzahl führt zu liquideren Mitteln und einer agileren Supply Chain. Durch den Einsatz intelligenter Middleware wird die Verweilzeit transparent und steuerbar, was Unternehmen einen entscheidenden Zeitvorteil im globalen Wettbewerb verschafft.
Die Lagerverweilzeit misst die Dauer einer Ladeeinheit im Lager vom Eingang bis zum Ausgang. Die Transportverweilzeit (Standzeit) bezieht sich auf die Zeit, die ein Fahrzeug an der Rampe oder am Terminal verbringt.
Nach dem Little'schen Gesetz berechnet sie sich als Quotient aus dem durchschnittlichen Bestand im System und dem Durchsatz pro Zeiteinheit.