Logistik lexikon

Logistikkette: Definition, Gliederung & Supply Chain

Fachartikel: Logistikkette – Das Rückgrat der globalen Supply Chain

In einer globalisierten Wirtschaft ist kein Unternehmen eine Insel. Die Logistikkette (oft synonym mit der Supply Chain verwendet) beschreibt die Gesamtheit aller Prozesse, die notwendig sind, um ein Produkt vom Rohstofflieferanten über die Produktion bis hin zum Endkunden zu befördern. Sie ist das Netzwerk, das alle Beteiligten – Lieferanten, Hersteller, Speditionen und Händler – miteinander verknüpft. Eine perfekt funktionierende Logistikkette zeichnet sich dadurch aus, dass der physische Warenfluss, der Informationsfluss und der Finanzmittelfluss nahtlos ineinandergreifen.

Gliederung der Logistikkette: Von der Quelle bis zur Senke

Eine Logistikkette lässt sich klassischerweise in mehrere aufeinanderfolgende Phasen unterteilen, die jeweils spezialisierte Anforderungen an die Transportplanung und Lagerhaltung stellen:

  1. Beschaffungslogistik (Inbound Logistik): Der Transport von Rohmaterialien oder Bauteilen zum Hersteller. Hier stehen Konzepte wie Just-in-Time im Fokus.
  2. Produktionslogistik (Intralogistik): Die innerbetriebliche Versorgung der Montagebänder und die Verwaltung von Zwischenlagern (z. B. in einem AKL).
  3. Distributionslogistik (Outbound Logistik): Der Weg des fertigen Produkts zum Handel oder Endverbraucher. Hier spielen Umschlagslager und KEP-Dienste eine zentrale Rolle.
  4. Entsorgungslogistik (Reverse Logistik): Die Rückführung von Verpackungen oder Retouren – ein immer wichtigerer Teil des Fulfillment.

Praxis-Relevanz: Warum die Optimierung der Logistikkette über den Erfolg entscheidet

Das schwächste Glied bestimmt die Stärke der gesamten Kette. Ein Stau im Hafen oder ein Defekt an einem LKW kann die Produktion am anderen Ende der Welt zum Stillstand bringen.

Die zentralen Erfolgsfaktoren

  • Transparenz: Durch den Einsatz von Handscannern und Telematik wissen alle Beteiligten jederzeit, wo sich die Ware befindet. Eine präzise ETA (vorausichtliche Ankunftszeit) ermöglicht es dem Empfänger, sein Personal optimal einzuplanen.
  • Informationsfluss: Der Austausch von Daten via EDI (Electronic Data Interchange) zwischen den Partnern verhindert Kommunikationsfehler und beschleunigt die Verzollung.
  • Flexibilität: Eine agile Logistikkette kann auf Störungen reagieren, indem sie kurzfristig auf andere Verkehrsträger (z. B. vom Schiff auf die Schiene im Kombinierten Verkehr) ausweicht.
  • Kostenkontrolle: Durch Laderaumoptimierung und die Vermeidung von Leerfahrten wird die Kette nicht nur wirtschaftlicher, sondern auch nachhaltiger.

[Image: A horizontal flowchart showing the stages: Supplier -> Inbound Transport -> Factory -> Warehouse -> Outbound Transport -> End Customer, connected by arrows representing information and material flows]

Fazit

Die Logistikkette ist weit mehr als die Summe ihrer Teile. Sie ist ein dynamisches System, das durch ständige technologische Innovationen – wie den Einsatz von KI im Transport Management System (TMS) – immer effizienter wird. Unternehmen, die ihre Logistikkette als strategisches Ganzes begreifen und in die digitale Vernetzung investieren, senken nicht nur ihre Durchlaufzeiten, sondern erhöhen massiv ihre Wettbewerbsfähigkeit. Wer die Kette beherrscht, sichert die Versorgung von morgen.

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