Fachartikel: 2PL – Die klassische Transportdienstleistung
2PL steht für Second Party Logistics und bezeichnet eine Stufe des Logistik-Outsourcings, bei der ein Unternehmen spezialisierte Dienstleister mit der Durchführung von logistischen Kernaufgaben beauftragt. Im Gegensatz zum umfassenderen 3PL-Modell beschränkt sich ein 2PL-Dienstleister in der Regel auf reine Asset-basierte Leistungen wie den Transport, die Lagerung oder den Umschlag von Waren. Der Dienstleister stellt hierfür die physischen Ressourcen (Lkw, Schiffe, Lagerhallen) bereit.
Im Supply Chain Management des Jahres 2026 bildet 2PL die Basis für Unternehmen, die die strategische Kontrolle und Planung ihrer Logistik im eigenen Haus behalten, aber die operative Ausführung an Profis delegieren wollen.
Merkmale und Aufgaben eines 2PL-Dienstleisters
Ein 2PL-Anbieter agiert primär als ausführendes Organ. Zu den typischen Akteuren gehören Speditionen, Reedereien, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Kurier-Express-Paket-Dienste (KEP).
- Asset-Fokus: Der Dienstleister besitzt eigene Transportmittel oder Lagerkapazitäten.
- Transaktionale Beziehung: Die Beauftragung erfolgt oft auftragsbezogen oder über kurz- bis mittelfristige Rahmenverträge.
- Operative Verantwortung: Der 2PL haftet für die physische Sicherheit der Ladeeinheit während des Transports oder der Lagerung, ist jedoch nicht in die übergeordnete Bestandssteuerung des Kunden involviert.
- Schnittstellen: Die Koordination der Touren und die Transportplanung verbleiben meist beim Auftraggeber (dem Verlader).
Einordnung und Abgrenzung
Um die Position von 2PL in der modernen Logistik zu verstehen, ist der Vergleich mit benachbarten Modellen entscheidend:
- Abgrenzung zu 1PL: Während beim 1PL (First Party Logistics) das Unternehmen selbst Eigentümer des Fuhrparks ist, nutzt es beim 2PL externe Kapazitäten, um Fixkosten in variable Kosten umzuwandeln.
- Abgrenzung zu 3PL: Ein 3PL-Dienstleister (Third Party Logistics) bietet zusätzlich System- und Managementleistungen an (z. B. IT-Anbindung, Zollabwicklung, Value Added Services). Ein 2PL hingegen führt lediglich den Transport von A nach B durch.
Praxis-Relevanz 2026: Digitale Vernetzung von 2PL-Partnern
Auch wenn 2PL-Dienstleistungen eher traditionell geprägt sind, ist die digitale Integration im Jahr 2026 unverzichtbar geworden:
- Schnittstellen-Automatisierung: Über Middleware-Lösungen wie GM-DocuStream werden 2PL-Frachtführer nahtlos an die Systeme des Verladers angebunden. Dies ermöglicht den automatischen Austausch von Wiegescheinen und Ladepapieren.
- Digitaler Belegfluss: Trotz reiner Transportleistung wird der eCMR 2026 auch bei 2PL-Verkehren zum Standard. Die Dokumentation der Heckbeladung erfolgt per App direkt am Fahrzeug.
- Echtzeit-Tracking: 2PL-Partner stellen 2026 ihre Telematikdaten zur Verfügung, damit der Auftraggeber die ETA (Estimated Time of Arrival) in seinem eigenen System berechnen kann.
- Spot-Markt-Integration: Durch KI-gestützte Plattformen werden 2PL-Kapazitäten 2026 in Millisekunden gebucht, um auf kurzfristige Schwankungen in der Logistikkette zu reagieren.
Experten-Tipp: Nutzen Sie das 2PL-Modell, wenn Sie über eine starke interne Logistikabteilung verfügen und lediglich punktuell Frachtraum zukaufen müssen. Achten Sie jedoch darauf, dass die digitale Kommunikation (EDI/API) dennoch reibungslos funktioniert, um die Transaktionskosten niedrig zu halten.
Fazit
2PL bleibt auch im Jahr 2026 ein fundamentales Modell für die physische Warenbewegung. Es bietet Unternehmen die nötige Flexibilität, um ohne eigene Lkw-Flotte zu agieren, ohne dabei die Hoheit über ihre strategische Transportplanung aufzugeben. Die erfolgreiche Einbindung von 2PL-Partnern steht und fällt heute mit der Qualität der digitalen Vernetzung und dem automatisierten Informationsfluss über moderne Middleware.