Die Tourenplanung ist eine Kernaufgabe der Disposition und befasst sich mit der Zusammenstellung von Aufträgen zu effizienten Auslieferungs- oder Abholtouren. Das Ziel ist die Ermittlung der optimalen Reihenfolge von Stopps für eine Fahrzeugflotte, um die Transportkosten zu minimieren und gleichzeitig alle Kundenanforderungen (z. B. Zeitfenster) zu erfüllen. In der Logistik von 2026 ist die Tourenplanung weit mehr als das einfache Verbinden von Punkten auf einer Karte; sie ist ein hochdynamischer Prozess, der Echtzeitdaten und komplexe Algorithmen nutzt.
In der Logistikpraxis kommen unterschiedliche methodische Ansätze zum Einsatz, um die Komplexität der Logistikkette zu bewältigen:
1. Statische TourenplanungHierbei werden feste Gebietsstrukturen oder Rahmentouren definiert (z. B. "Montagstour Region Süd"). Dies bietet Planungssicherheit und Fahrer-Konstanz, reagiert jedoch unflexibel auf Schwankungen im Auftragsvolumen.
2. Dynamische TourenplanungDie Touren werden täglich oder in Echtzeit basierend auf dem aktuellen Auftragseingang komplett neu berechnet. Dies ermöglicht eine maximale Auslastung der Ladeeinheiten und eine schnelle Reaktion auf kurzfristige Änderungen.
3. Heuristische VerfahrenDa das Finden der mathematisch perfekten Lösung bei vielen Stopps (Traveling Salesman Problem) extrem rechenintensiv ist, nutzt moderne Software Heuristiken wie das "Savings-Verfahren". Diese liefern in Sekundenbruchteilen sehr gute, praxisnahe Ergebnisse.
Eine erfolgreiche Tourenplanung muss zahlreiche Restriktionen gleichzeitig jonglieren:
Im Jahr 2026 ist die Tourenplanung tief in das digitale Ökosystem des Supply Chain Managements integriert:
Experten-Tipp: Optimieren Sie Tourenplanung nicht isoliert. Die beste Route ist wertlos, wenn die Kommissionierung in der Intralogistik nicht rechtzeitig fertig wird. Eine bidirektionale Kopplung zwischen Lagerverwaltung (WMS) und Tourenplanung (TMS) ist der Schlüssel zur Logistikqualität.
Die Tourenplanung im Jahr 2026 ist ein hochgradig automatisierter Prozess, der die Brücke zwischen Kundenzufriedenheit und Wirtschaftlichkeit schlägt. Durch den Einsatz intelligenter Middleware und KI-basierter Algorithmen lassen sich Leerfahrten minimieren und die Servicelevel signifikant steigern, was die Wettbewerbsfähigkeit in einer vernetzten Logistikwelt sichert.