Der Electronic Product Code (EPC) ist ein internationaler Standard zur eindeutigen Identifizierung von physischen Objekten. Während der klassische Barcode (EAN/GTIN) lediglich die Produktgattung identifiziert (z. B. "eine Packung Milch"), ermöglicht der EPC die Unterscheidung jeder einzelnen Instanz dieses Produkts (z. B. "genau diese Packung Milch mit der Seriennummer 123"). Er ist das geistige Fundament der RFID-Technologie und ermöglicht im Jahr 2026 eine lückenlose Transparenz in der globalen Logistikkette.
Der EPC ist modular aufgebaut, um globale Eindeutigkeit über Unternehmensgrenzen hinweg zu garantieren. Er besteht in der Regel aus vier Kernkomponenten:
Durch diese Struktur wird der EPC zum Bindeglied zwischen der physischen Welt und dem Internet der Dinge (IoT). Er wird auf einem RFID-Chip gespeichert, der per Funk ausgelesen werden kann.
[Image: A diagram showing a product tag with an embedded RFID chip. An arrow points to an expanded view of the EPC bit-string, highlighting the Manager Number, Object Class, and Serial Number.]
Der EPC entfaltet sein volles Potenzial erst im Zusammenspiel mit der Radiofrequenz-Identifikation (RFID):
1. Berührungsloses AuslesenIm Gegensatz zu optischen Barcodes muss für den EPC kein Sichtkontakt bestehen. Hunderte von EPC-Tags können gleichzeitig (Bulk-Erfassung) innerhalb von Sekundenbruchteilen erfasst werden, wenn eine Palette ein RFID-Gate passiert.
2. Automatisierte BestandsführungIn der Distributionslogistik ermöglicht der EPC eine Inventur in Echtzeit. Da jedes Objekt "seine" Nummer funkt, weiß das System exakt, welche Seriennummern sich an welchem Lagerplatz befinden.
3. Plagiatschutz und RückverfolgbarkeitDa die Seriennummern im EPC schwer zu fälschen sind, dient der Code als Sicherheitsmerkmal. In der Pharma- oder Automobilindustrie lässt sich der Weg jedes Bauteils durch die gesamte Supply Chain lückenlos nachweisen.
Die konsequente Nutzung des EPC bietet Unternehmen signifikante Wettbewerbsvorteile:
Im Jahr 2026 wird der EPC durch den EPCIS-Standard (EPC Information Services) ergänzt. Während der EPC das "Wer" (Identität) klärt, speichert EPCIS das "Wo, Wann und Warum".
Diese Daten werden heute zunehmend in dezentralen Cloud-Systemen oder Blockchains gespeichert. So können alle Teilnehmer einer Lieferkette – vom Rohstofflieferanten bis zum Endkunden – auf die Historie eines Produkts zugreifen, ohne dass sensible Geschäftsdaten preisgegeben werden müssen. In der Green Logistics dient der EPC zudem als Basis für den digitalen Produktpass, um Recycling-Informationen für jede einzelne Komponente bereitzustellen.
Experten-Tipp: Achten Sie bei der Einführung darauf, dass Ihre RFID-Hardware (Reader und Antennen) die verschiedenen EPC-Generationen (z. B. Gen2) unterstützt, um eine globale Kompatibilität in der Zusammenarbeit mit internationalen Handelspartnern sicherzustellen.
Der Electronic Product Code (EPC) ist der Schlüssel zur intelligenten Logistik. Er verwandelt anonyme Massenware in identifizierbare Einzelobjekte. Für die moderne Logistikkette bedeutet der EPC den Sprung von der bloßen Verwaltung zur hochpräzisen, automatisierten Steuerung jedes einzelnen Produkts weltweit.