Der GS1-128 (früher bekannt als EAN 128) ist ein weltweiter Standard für den Datenaustausch entlang der Supply Chain unter Verwendung des Strichcodes Typs Code 128. Im Gegensatz zu einfachen Handelsbarcodes (wie dem EAN-13), die lediglich eine Artikelnummer verschlüsseln, ist der GS1-128 ein extrem leistungsfähiger Informationsträger. Er ermöglicht es, variable Daten wie Mindesthaltbarkeitsdaten, Chargennummern, Gewichte und Seriennummern direkt am Packstück maschinenlesbar zu machen. In der modernen Logistikkette des Jahres 2026 ist er das Herzstück der Rückverfolgbarkeit und die Basis für das GS1-Transportetikett.
Die Besonderheit des GS1-128 liegt in seiner Struktur. Er nutzt sogenannte Datenbezeichner (Application Identifiers, kurz AI). Dies sind zwei- bis vierstellige Präfixe, die dem Scanner mitteilen, welche Art von Information folgt.
Durch diese Architektur können mehrere Informationen in einem einzigen Barcode verkettet werden, was den Scanvorgang in Lager und Versand massiv beschleunigt.
Der GS1-128 kommt überall dort zum Einsatz, wo eine präzise Identifikation über die reine Artikelnummer hinaus erforderlich ist:
1. Das GS1-Transportetikett (SSCC)Die wichtigste Anwendung ist die Verschlüsselung der SSCC (Serial Shipping Container Code). Dieser "Nummernschild"-Code macht jede Palette weltweit einheitlich identifizierbar und ermöglicht das lückenlose Tracking in der Transportplanung.
2. Lebensmittel- und PharmalogistikHier ist die Erfassung von Chargen und Verfallsdaten gesetzlich vorgeschrieben. Der GS1-128 ermöglicht es, diese Daten beim Wareneingang mit einem einzigen Scan direkt in das Warehouse Management System (WMS) zu übertragen, ohne manuelle Tippfehler.
3. Bestandsmanagement und InventurDa der Barcode auch Mengen oder Gewichte enthalten kann, lässt sich die Bestandsgenauigkeit drastisch erhöhen. Besonders bei variablen Maßeinheiten (z. B. Fleischprodukte mit unterschiedlichen Gewichten) ist dieser Standard unverzichtbar.
Die Implementierung des GS1-128 bietet signifikante Mehrwerte für die Effizienz der Prozesse:
Obwohl der GS1-128 im Jahr 2026 weiterhin der Standard für Palettenetiketten ist, findet im Kleinteilebereich ein Wandel statt.
GS1 Digital Link & 2D-Barcodes:Zunehmend werden die Informationen des GS1-128 in zweidimensionale Codes wie den GS1 DataMatrix oder QR-Codes übertragen. Diese bieten eine noch höhere Datensicherheit (Fehlerkorrektur) und können auch mit Smartphones problemlos gelesen werden. Dennoch bleibt die Logik der Datenbezeichner (AI) identisch, was den GS1-128 zum geistigen Fundament der digitalen Logistikkette macht.
Wichtiger Hinweis: Bei der Erstellung von GS1-128 Barcodes muss strikt auf die Druckqualität (Kontrast) geachtet werden. Ein schlecht gedruckter Code an einer Palette kann die gesamte automatisierte Abwicklung in einem Distributionszentrum blockieren und zu teuren Rückbelastungen führen.
Der GS1-128 ist weit mehr als nur ein Strichcode; er ist ein Informationssystem. Er verbindet den physischen Warenfluss mit dem digitalen Datenfluss und schafft die notwendige Transparenz für eine moderne, schnelle und fehlerfreie Logistik. Wer seine Supply Chain optimieren möchte, kommt an der konsequenten Nutzung dieses Standards nicht vorbei.