In der Logistikbranche ist die Zusammenarbeit mit einem Subunternehmer (oft auch als Transportunternehmer oder Beifrachter bezeichnet) gängige Praxis. Ein Subunternehmer ist ein rechtlich eigenständiges Unternehmen, das von einem Hauptauftragnehmer (meist einer Spedition) beauftragt wird, einen bestimmten Teil einer Transportkette oder einen kompletten Frachtauftrag auszuführen. Für Speditionen ist der Einsatz von Subunternehmern ein wichtiges Instrument, um flexibel auf schwankende Sendungsvolumina zu reagieren, ohne einen riesigen eigenen Fuhrpark unterhalten zu müssen.
Der rechtliche Rahmen für den Einsatz von Subunternehmern ist im Handelsgesetzbuch (HGB) festgeschrieben. Der Hauptspediteur bleibt gegenüber dem Kunden (Versender) verantwortlich, bedient sich jedoch zur Erfüllung seiner Pflichten eines Dritten.
In manchen Fällen beauftragt ein Subunternehmer wiederum einen weiteren Partner. Hier spricht man von einer Sub-Unternehmer-Kette. In modernen Logistikverträgen wird dies jedoch oft eingeschränkt oder genehmigungspflichtig gemacht, um die Transparenz und Qualität zu wahren.
Der Einsatz von Fremdfahrzeugen ermöglicht es der Logistikbranche, hocheffizient zu skalieren.
Die Zusammenarbeit birgt auch Risiken. Die Spedition muss sicherstellen, dass der Subunternehmer alle gesetzlichen Vorgaben erfüllt (z. B. Mindestlohn, gültige EU-Lizenz, ausreichende Versicherung). Ein kritischer Punkt ist die Halterhaftung: Bei Verstößen gegen die Lenk- und Ruhezeiten oder bei mangelhafter Ladungssicherung kann unter Umständen auch der Auftraggeber in die Pflicht genommen werden.
Um die Qualität sicherzustellen, nutzen moderne Speditionen eine integrierte Speditionssoftware (TMS). Über Portale oder mobile Apps können Subunternehmer direkt in die Prozesse eingebunden werden. Statusmeldungen und die digitale Unterschrift fließen so in Echtzeit zurück an das System des Hauptauftraggebers, was eine präzise ETA-Kalkulation ermöglicht.