Logistik lexikon

Intermodaler Verkehr: Definition, Vorteile & Unterschiede

Fachartikel: Intermodaler Verkehr – Die intelligente Vernetzung der Verkehrsträger

In einer globalisierten Wirtschaft müssen Güter oft über weite Distanzen transportiert werden. Der intermodale Verkehr ist dabei ein Schlüsselkonzept für Effizienz und Nachhaltigkeit. Er beschreibt eine Transportkette, bei der Güter in ein und derselben Ladeeinheit (z. B. einem ISO-Container oder einer Wechselbrücke) mit mindestens zwei verschiedenen Verkehrsträgern befördert werden. Das Besondere: Die Ware selbst wird beim Wechsel der Transportmittel nicht angefasst oder umgeladen – nur die Ladeeinheit wird umgeschlagen. Dies ermöglicht es, die spezifischen Stärken von Straße, Schiene und Wasserweg optimal zu kombinieren und die Schwächen einzelner Systeme auszugleichen.

Funktionsweise & Details: Abgrenzung und Prozesse

Häufig werden Begriffe wie intermodal, multimodal und kombiniert synonym verwendet, doch in der Fachwelt gibt es klare Definitionen.

Die feinen Unterschiede

  • Multimodaler Verkehr: Die allgemeine Form. Güter werden mit zwei oder mehr Verkehrsträgern transportiert (Umladen der Ware möglich).
  • Intermodaler Verkehr: Eine Unterform des multimodalen Verkehrs. Hier bleibt die Ware in derselben Ladeeinheit (Container/Trailer).
  • Kombinierter Verkehr (KV): Eine spezielle Form des intermodalen Verkehrs, bei der der Großteil der Strecke per Bahn oder Schiff (Hauptlauf) und nur der kürzestmögliche Teil auf der Straße (Vor- und Nachlauf) zurückgelegt wird.

Der Ablauf einer intermodalen Kette

  1. Vorlauf: Ein LKW holt den Container beim Versender ab und bringt ihn zum nächsten KV-Terminal (z. B. in einem GVZ).
  2. Umschlag: Ein Portalkran oder Reachstacker hebt die Ladeeinheit vom LKW auf einen Güterzug oder ein Binnenschiff.
  3. Hauptlauf: Die weite Strecke wird umweltfreundlich auf der Schiene oder dem Wasserweg bewältigt.
  4. Nachlauf: Am Zielterminal erfolgt der erneute Umschlag auf einen LKW für die Zustellung auf der "Last Mile".

[Image: A infographic showing a container being moved from a truck to a freight train and then to a ship, highlighting the "Single Loading Unit" concept]

Praxis-Relevanz: Warum Intermodalität die Zukunft der Logistik ist

Die Verlagerung von der Straße auf Schiene und Wasser ist politisch gewollt und für Unternehmen ökonomisch zunehmend attraktiv.

Die zentralen Vorteile

  • Nachhaltigkeit: Intermodale Transporte verursachen bis zu 80 % weniger CO2-Emissionen im Vergleich zum reinen Straßengüterverkehr.
  • Kapazitätssteigerung: Während ein LKW-Fahrer nur einen Trailer bewegen kann, transportiert ein Güterzug bis zu 40 oder mehr Einheiten gleichzeitig, was den Fachkräftemangel bei Fahrern abfedert.
  • Kosteneffizienz: Auf langen Strecken (ab ca. 500 km) ist die Kombination aus Bahn und LKW oft günstiger als der reine Straßentransport.
  • Sicherheit: Da die Ladeeinheit während des gesamten Transports verschlossen bleibt, sinkt das Risiko für Diebstahl und Beschädigung.

Herausforderungen

Die größte Hürde für den intermodalen Verkehr ist die notwendige Infrastruktur. Leistungsfähige Terminals und pünktliche Trassen im Schienennetz sind Voraussetzung. Zudem ist die Transportplanung komplexer, da Fahrpläne von Zügen oder Schiffen in die Lieferkette integriert werden müssen. Hier unterstützen moderne TMS (Transport Management Systeme) durch die Berechnung präziser ETA-Daten für die gesamte Kette.

Fazit

Der intermodale Verkehr ist das Rückgrat einer modernen, grünen Logistik. Er verbindet die Flexibilität des LKW auf der Kurzstrecke mit der Massenleistungsfähigkeit und Umweltfreundlichkeit von Bahn und Schiff auf der Langstrecke. Für Unternehmen ist die Integration intermodaler Lösungen nicht nur ein Weg zur CO2-Reduktion, sondern auch eine strategische Antwort auf steigende Straßennutzungsgebühren und knappe Fahrerressourcen. Wer heute intermodal denkt, sichert die Wettbewerbsfähigkeit seiner Lieferketten von morgen.

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