In der internationalen Seefracht bezeichnet die Destination Delivery Charge (DDC) einen Zuschlag, der für das Handling eines Containers am Bestimmungsort erhoben wird. Während die Basisfrachtrate primär den Transport von Hafen zu Hafen abdeckt, bündelt die DDC jene Kosten, die anfallen, sobald das Schiff den Zielhafen erreicht hat. Sie ist ein fester Bestandteil der Nebenkosten in der Logistikkette und wird meist pro Container (TEU/FEU) berechnet. Besonders im Transpazifik-Handel und im Verkehr mit Nordamerika ist diese Gebühr ein Standardelement der Frachtabrechnung.
Die DDC dient den Reedereien dazu, die lokalen Hafengebühren und operativen Kosten am Bestimmungsort abzubilden, die oft starken Schwankungen unterliegen können. Anstatt die Basisrate ständig anzupassen, nutzen Carrier diesen Zuschlag als flexibles Kalkulationsinstrument.
Für die Transportplanung ist es entscheidend zu wissen, dass die DDC meist unabhängig vom Gewicht der Ware erhoben wird, sondern sich rein auf die Containereinheit bezieht. Sie deckt den Weg des Containers vom Moment des Entladens bis zur Bereitstellung für den Weitertransport im Hinterland ab.
[Image: A large container vessel being unloaded by massive gantry cranes at a modern port terminal. A digital overlay labels the movement of a container from ship to shore with the term "DDC Operations".]
Obwohl die genaue Zusammensetzung je nach Reederei und Hafen variieren kann, fließen in die DDC üblicherweise folgende operative Aufwendungen ein:
Im Jahr 2026 wird die Destination Delivery Charge zunehmend präziser berechnet. Moderne Smart Ports nutzen automatisierte Terminal-Systeme, die den exakten Aufwand pro Container erfassen.
1. Echtzeit-Kalkulation: Durch die Vernetzung von Reedereien und Hafenbetreibern können DDC-Sätze heute tagesaktuell in die Supply Chain Software eingespeist werden, was Überraschungen bei der Endabrechnung minimiert.
2. Einfluss von Incoterms: Wer die DDC zahlt, hängt maßgeblich von den vereinbarten Incoterms ab. Bei Klauseln wie "CIF" (Cost, Insurance, Freight) ist die DDC oft bereits in der Kalkulation des Verkäufers enthalten, während sie bei "FOB" (Free on Board) meist zu Lasten des Käufers am Bestimmungsort geht.
3. Infrastruktur-Zuschläge: In Häfen mit hoher Auslastung oder bei der Einführung neuer grüner Technologien (z.B. Landstromanschlüsse für Schiffe) können zeitweise zusätzliche Komponenten in die DDC einfließen, um diese Investitionen zu refinanzieren.
Wichtiger Hinweis: Die DDC sollte nicht mit dem THC (Terminal Handling Charge) verwechselt werden. Während der THC oft beide Enden der Reise (Ursprung und Ziel) betreffen kann, bezieht sich die DDC explizit und ausschließlich auf die Leistungen am Bestimmungsort.
Die Destination Delivery Charge (DDC) ist ein unverzichtbarer Posten für jede belastbare Kostenkalkulation im Überseehandel. Sie sorgt für die notwendige Deckung der operativen Kosten an der Schnittstelle zwischen Seeweg und Landweg. Unternehmen, die ihre Logistikkette effizient steuern, achten bei Vertragsverhandlungen genau auf die Höhe dieser Gebühr und deren Inklusion in die Gesamtrate, um die "Landed Costs" ihrer Waren präzise zu bestimmen.