Logistik lexikon

Disposition Logistik: Definition, Aufgaben & Methoden

Fachartikel: Disposition – Das operative Herzstück der Logistiksteuerung

In der Betriebswirtschaft und insbesondere in der Logistik ist die Disposition der Prozess der kurzfristigen Zuweisung von Ressourcen, um einen reibungslosen Waren- und Informationsfluss zu gewährleisten. Während die Planung langfristige Strategien festlegt, befasst sich die Disposition mit der konkreten operativen Umsetzung im „Hier und Jetzt“. Sie ist die Kunst, Angebot (verfügbare Fahrzeuge, Personal, Lagerplatz) und Nachfrage (Kundenaufträge, Liefertermine) so miteinander zu verknüpfen, dass eine maximale Effizienz bei minimalen Kosten erreicht wird. Eine fehlerfreie Disposition Logistik ist der entscheidende Faktor für die Liefertreue und die Wirtschaftlichkeit jedes Transportunternehmens.

Funktionsweise & Details: Arten und Methoden der Disposition

Die Disposition Bedeutung geht über das bloße „Zuweisen“ hinaus. Man unterscheidet je nach logistischem Schwerpunkt verschiedene Ausprägungen:

1. Transportdisposition

Hier steht die optimale Ausnutzung des Fuhrparks im Vordergrund. Der Disponent entscheidet, welche Sendungen auf welche Fahrzeuge verteilt werden (Tourenplanung), um Leerfahrten zu vermeiden und Zeitfenster einzuhalten.

  • Fremddisposition: Vergabe von Aufträgen an externe Frachtführer, wenn die eigene Kapazität nicht ausreicht oder unwirtschaftlich wäre.

2. Material- und Bestandsdisposition

In der Lagerhaltung regelt die Disposition den Materialfluss. Sie bestimmt auf Basis der Bedarfsermittlung, wann und in welcher Menge Waren nachbestellt oder aus dem Lager entnommen werden müssen.

  • Deterministische Disposition: Bedarf wird exakt anhand von Produktionsplänen ermittelt.
  • Stochastische Disposition: Bedarf wird auf Basis von Vergangenheitswerten statistisch geschätzt.

3. Personaldisposition

Hierbei geht es um die Einsatzplanung von Fahrern, Lagerarbeitern oder Kommissionierern unter Berücksichtigung von Qualifikationen, Arbeitszeitgesetzen und Sozialvorschriften (Lenk- und Ruhezeiten).

Praxis-Relevanz: Warum eine moderne Disposition heute digital ist

In der Vergangenheit wurde die Disposition oft manuell mit Stecktafeln oder Excel-Listen durchgeführt. Heute ist das angesichts der Komplexität und Geschwindigkeit der Märkte kaum noch möglich.

Vorteile der digitalen Disposition

  • Echtzeit-Anpassung: Tritt ein Stau oder ein Fahrzeugdefekt auf, berechnet das System in Sekundenbruchteilen eine neue Route und informiert den Kunden automatisch über die neue ETA (Estimated Time of Arrival).
  • Kosteneinsparung: Durch intelligente Algorithmen zur Tourenoptimierung sinken die Treibstoffkosten und der CO2-Ausstoß deutlich.
  • Transparenz: Durch die Anbindung an GPS-Telematiksysteme ist der Status jeder Sendung jederzeit für den Disponenten und den Kunden sichtbar.
  • Fehlervermeidung: Automatisierte Prüfungen verhindern Fehlplanungen, wie zum Beispiel die Zuweisung eines Fahrers, dessen Lenkzeit fast abgelaufen ist.

Herausforderungen

Die größte Herausforderung ist die Bewältigung von unvorhersehbaren Ereignissen (Disruptions). Eine gute Disposition Logistik zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht nur den „Schönwetterfall“ plant, sondern über Notfallstrategien verfügt. Zudem erfordert die zunehmende Kleinteiligkeit der Sendungen (E-Commerce) eine immer höhere Frequenz in der Umdisposition.

Fazit

Die Disposition ist das operative Gehirn der Supply Chain. Sie verwandelt statische Aufträge in dynamische Prozesse. In einer Welt des "Just-in-Time" entscheidet die Qualität der Disposition über Gewinn oder Verlust eines Logistikdienstleisters. Durch den Einsatz moderner IT-Systeme wandelt sich die Rolle des Disponenten vom reinen „Verteiler“ zum strategischen Ressourcenmanager. Wer die Kunst der Disposition beherrscht, sichert nicht nur seine Lieferfähigkeit, sondern schafft die Basis für nachhaltiges Wachstum und höchste Kundenzufriedenheit.

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