Logistik lexikon

Rollgeld: Definition, Bedeutung & Abrechnung im Güterkraftverkehr

Fachartikel: Rollgeld – Die Kosten der "Ersten und Letzten Meile"

Der Begriff Rollgeld stammt aus der klassischen Speditionslogistik und bezeichnet die Gebühren, die für den Transport von Gütern zwischen dem Absender und dem Versanddepot (Vorlauf) sowie zwischen dem Empfangsdepot und dem Endempfänger (Nachlauf) anfallen. Es ist somit die Vergütung für die Abholung und Zustellung im Sammelgutverkehr. Im Gegensatz zum Hauptlauf, der den Fernverkehr zwischen den Logistik-Hubs beschreibt, deckt das Rollgeld die kleinteilige Verteilung im Nahverkehr ab.

Die Rolle des Rollgeldes in der Transportkette

In einer typischen Logistikkette wird das Rollgeld für zwei spezifische Teilstrecken fällig:

  1. Abrollgeld (Vorlauf): Die Kosten für die Abholung der Ware beim Versender und den Transport zum Sammelgutterminal des Spediteurs.
  2. Anrollgeld (Nachlauf): Die Kosten für die Zustellung der Ware vom Zielterminal bis zur Rampe oder Haustür des Empfängers.

Faktoren der Abrechnung und Preisgestaltung

Die Höhe des Rollgeldes ist nicht einheitlich geregelt, sondern wird im Jahr 2026 durch verschiedene Parameter beeinflusst:

  • Gewicht und Volumen: Meist wird nach dem tatsächlichen Gewicht oder dem Volumengewicht der Ladeeinheit abgerechnet.
  • Entfernung (Zonentarife): Viele Speditionen nutzen ein Zonensystem (z. B. Umkreis von 50 km um das Depot), um die Kosten für den Nahverkehr zu pauschalieren.
  • Sendungsstruktur: Handelt es sich um Standardpaletten für die Heckbeladung oder um sperriges Gut, das eine Hebebühne erfordert?
  • Zusatzleistungen: Zeitfensterzustellungen, Avisierungen oder der Transport in die Wohnung (Zwei-Mann-Handling) erhöhen das Rollgeld.

Praxis-Relevanz 2026: Effizienz auf der letzten Meile

Im Jahr 2026 hat sich die Kalkulation und Abwicklung des Rollgeldes durch technologische Innovationen gewandelt:

  • Dynamische Routenoptimierung: KI-gestützte Systeme planen den Nahverkehr so effizient, dass die Kosten pro Stopp sinken. Dennoch steigen die Preise oft durch steigende Personalkosten und Road Pricing in Innenstädten.
  • Middleware-Integration: Lösungen wie GM-DocuStream sorgen dafür, dass Rollgeldbeträge bereits bei der Auftragserfassung korrekt kalkuliert und automatisiert in die Frachtbriefe übernommen werden. Dies verhindert Nachforderungen und erhöht die Transparenz.
  • E-Mobilität: Da der Nahverkehr 2026 verstärkt elektrisch abgewickelt wird, fließen Investitionskosten für Ladeinfrastruktur in die Rollgeld-Kalkulation ein, während Mautvorteile für Green Logistics gegengerechnet werden.
  • Automatisierte Abrechnung: Durch digitale Unterschriften und Geofencing wird das Rollgeld in Echtzeit abgerechnet, sobald der Lkw den Zustellradius verlassen hat.

Experten-Tipp: Prüfen Sie Ihre Speditionsverträge auf die sogenannten "Haus-Haus-Tarife". In diesen sind Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf bereits gebündelt. Oft ist dies günstiger und administrativ einfacher als die separate Ausweisung von Rollgeld.

Fazit

Das Rollgeld bleibt auch im Jahr 2026 ein zentraler Bestandteil der Frachtkostenkalkulation. Während der Hauptlauf durch große Volumina effizienter gestaltet werden kann, bleibt die "letzte Meile" aufgrund der Komplexität im Nahverkehr kostenintensiv. Eine präzise digitale Erfassung und die Optimierung der Zustellprozesse sind der Schlüssel, um das Rollgeld für Versender und Spediteure wirtschaftlich zu halten.

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M, N

O

P

Q, R

S

T

U, V, W, X, Y, Z