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PCC (Pure Car Carrier): Bedeutung & Rolle in der Automobillogistik

Fachartikel: PCC – Die schwimmenden Parkhäuser der Weltmeere

Der Begriff PCC steht für Pure Car Carrier. Es handelt sich dabei um hochspezialisierte Transportschiffe, die ausschließlich für den Seetransport von Personenkraftwagen (Pkw) konstruiert wurden. PCCs sind eine Unterkategorie der RoRo-Schiffe (Roll-on/Roll-off), bei denen die Fahrzeuge über eigene Rampen direkt an Bord gefahren werden. In der globalen Logistikkette des Jahres 2026 sind PCCs das zentrale Element für den Export und Import von Fahrzeugen zwischen den großen Produktionsstandorten in Asien, Europa und Amerika.

Konstruktive Merkmale und Kapazität

PCCs unterscheiden sich durch ihr markantes, kastenartiges Design deutlich von klassischen Containerschiffen:

  • Mehrstöckige Deckstruktur: Ein PCC verfügt über zahlreiche Innendecks (oft bis zu 12 oder mehr), die wie in einem Parkhaus angeordnet sind.
  • Feste Deckshöhen: Da PCCs speziell für Pkw gebaut sind, sind die Deckshöhen optimiert, um so viele Fahrzeuge wie möglich auf engstem Raum unterzubringen.
  • Rampe und Beladung: Die Beladung erfolgt über eine massive Heck- oder Seitenrampe. Dies ermöglicht eine extrem schnelle Umschlaggeschwindigkeit, da kein Kranbetrieb (LOLO) erforderlich ist.
  • Kapazitätsmaßstab: Die Größe eines PCC wird meist in RT (Revenue Tons) oder der Anzahl der Stellplätze angegeben. Moderne Schiffe fassen zwischen 4.000 und 8.000 Standard-Pkw.

Logistische Vorteile in der Automotive Supply Chain

Der Einsatz von PCCs bietet spezifische strategische Vorzüge für das Supply Chain Management:

1. Maximale Effizienz beim UmschlagDurch das selbstständige Auf- und Abfahren der Fahrzeuge können tausende Einheiten innerhalb weniger Stunden be- oder entladen werden. Dies reduziert die Liegezeiten im Hafen massiv.

2. Schutz der WareDa die Fahrzeuge im geschlossenen Rumpf des Schiffes transportiert werden, sind sie vor Salzwasser, Witterungseinflüssen und mechanischen Beschädigungen während der Überfahrt geschützt. Dies ist ein wesentlicher Faktor für die Logistikqualität.

3. FlächennutzungPCCs nutzen das verfügbare Volumen des Schiffsrumpfes fast vollständig aus. Im Gegensatz zu Mehrzweckschiffen gibt es kaum ungenutzte Hohlräume, was die Frachtkosten pro Fahrzeug senkt.

Praxis-Relevanz 2026: Digitalisierung und E-Mobilität

Im Jahr 2026 steht die PCC-Logistik vor neuen Herausforderungen und technologischen Sprüngen:

  • Brandunterdrückung für Elektrofahrzeuge: Angesichts des hohen Anteils an E-Autos verfügen PCCs 2026 über spezialisierte Lösch- und Überwachungssysteme, um die Risiken von Lithium-Ionen-Batterien zu beherrschen.
  • Smart Tracking: Jedes Fahrzeug ist 2026 während der Überfahrt digital vernetzt. Middleware-Lösungen wie GM-DocuStream ermöglichen es, den Status und Standort jedes Fahrzeugs auf dem Schiff in Echtzeit in das Transport Management System (TMS) zu übertragen.
  • Green Shipping: Viele PCCs werden 2026 mit LNG (Flüssigerdgas) oder Wind-Assistenz-Systemen betrieben, um die strengen Emissionsvorgaben der Green Logistics zu erfüllen.
  • Automatisierte Beladung: Erste Versuche mit autonom fahrenden Autos ermöglichen 2026 eine noch präzisere und dichtere Beladung der Decks ohne menschliche Fahrer.

Experten-Tipp: Wenn Sie auch größere Fahrzeuge wie Transporter oder Baumaschinen verschiffen müssen, sollten Sie nach einem PCTC (Pure Car and Truck Carrier) suchen. Diese Schiffe verfügen über flexibel höhenverstellbare Decks (Liftable Decks), um auch höhere Ladeeinheiten aufzunehmen.

Fazit

Der PCC ist auch 2026 das Rückgrat der globalen Automobillogistik. Durch die Spezialisierung auf rollende Ladung und die zunehmende Integration digitaler Überwachungsprozesse stellt er sicher, dass Fahrzeuge effizient, sicher und kostengünstig über Kontinente hinweg bewegt werden können.

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