In einer global vernetzten Supply Chain ist die eindeutige Identifizierung von Waren die Grundvoraussetzung für automatisierte Prozesse. Die Artikelnummer fungiert dabei als digitaler Fingerabdruck eines Produkts. Sie ermöglicht es, jedes Gut innerhalb eines Lagers, einer Spedition oder im gesamten Welthandel zweifelsfrei zu identifizieren, zu verfolgen und zu verwalten. Ohne ein systematisches Nummernsystem wäre ein modernes Bestandsmanagement angesichts von Millionen verschiedener Produkte (SKUs) schlichtweg unmöglich.
Eine Artikelnummer ist weit mehr als eine willkürliche Zahlenfolge. In der Fachwelt wird zwischen verschiedenen Systemen unterschieden, die jeweils spezifische Aufgaben erfüllen.
In der Praxis wird die Artikelnummer selten manuell eingetippt. Sie ist die Basis für optoelektronische Datenträger wie Barcodes (EAN-13, Code 128) oder zweidimensionale QR-Codes sowie für die Funkidentifikation mittels RFID.
Für Speditionen, Lagerhalter und E-Commerce-Händler ist eine saubere Artikelnummer-Struktur die Basis für Effizienz und Fehlervermeidung.
Strategische Vorteile einer sauberen Struktur:
Die größte Schwierigkeit liegt in der Harmonisierung. Wenn ein Logistiker für verschiedene Kunden arbeitet, die alle eigene Nummernsysteme nutzen, muss das Lagerverwaltungssystem (LVS) in der Lage sein, diese verschiedenen "Sprachen" über Mapping-Tabellen zu übersetzen.
Die Artikelnummer ist das kleinste, aber wichtigste Rädchen im Getriebe der Materialwirtschaft. Sie ist die Voraussetzung für die Digitalisierung der Logistik. Ein klug gewähltes Nummernsystem steigert die Prozessgeschwindigkeit, senkt die Fehlerkosten und bildet die Grundlage für eine transparente Supply Chain. Unternehmen sollten daher großen Wert auf eine skalierbare und standardisierte Artikel-Identifikation legen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der Hauptzweck ist die eindeutige Identifikation von Produkten, um Verwechslungen auszuschließen. Sie ermöglicht eine effiziente Lagerhaltung, präzise Bestandsführung und automatisierte Erfassung im Wareneingang.
Die EAN (European Article Number) ist ein 13-stelliger Standard für den europäischen Handel. Die GTIN (Global Trade Item Number) ist die globale Weiterentwicklung im Rahmen der GS1-Standards, die EAN und UPC (US-Standard) vereinheitlicht.
Eine GTIN besteht aus mehreren Segmenten: Den Länderpräfixen (Herkunft), der unternehmensspezifischen Basisnummer, der individuellen Artikelnummer des Herstellers und einer abschließenden Prüfziffer.