Logistik lexikon

Artikelnummer: Bedeutung, Aufbau & Typen in der Logistik

Fachartikel: Artikelnummer – Das Fundament der Identifikation in der Logistik

In einer global vernetzten Supply Chain ist die eindeutige Identifizierung von Waren die Grundvoraussetzung für automatisierte Prozesse. Die Artikelnummer fungiert dabei als digitaler Fingerabdruck eines Produkts. Sie ermöglicht es, jedes Gut innerhalb eines Lagers, einer Spedition oder im gesamten Welthandel zweifelsfrei zu identifizieren, zu verfolgen und zu verwalten. Ohne ein systematisches Nummernsystem wäre ein modernes Bestandsmanagement angesichts von Millionen verschiedener Produkte (SKUs) schlichtweg unmöglich.

Funktionsweise & Details: Aufbau und Klassifizierung

Eine Artikelnummer ist weit mehr als eine willkürliche Zahlenfolge. In der Fachwelt wird zwischen verschiedenen Systemen unterschieden, die jeweils spezifische Aufgaben erfüllen.

1. Interne vs. Externe Artikelnummern

  • SKU (Stock Keeping Unit): Dies ist eine unternehmensinterne Kennung. Sie ist darauf optimiert, die internen Prozesse abzubilden (z. B. Lagerbereich, Warengruppe). SKUs sind hochgradig individuell.
  • GTIN (Global Trade Item Number): Früher als EAN bekannt, ist dies ein weltweit überschneidungsfreies System der GS1. Sie ermöglicht den Datenaustausch zwischen verschiedenen Unternehmen (Hersteller, Logistiker, Handel).

2. Aufbauarten von Nummernsystemen

  • Sprechende Nummern (Klassifizierende Nummern): Hier enthalten bestimmte Zifferngruppen Informationen über das Produkt (z. B. "01" für Elektronik, "05" für Kabel). Vorteil: Fachpersonal erkennt die Warengruppe sofort. Nachteil: Unflexibel bei Sortimentserweiterungen.
  • Nicht-sprechende Nummern (Identnummern): Es handelt sich um reine Zählnummern ohne inhaltliche Bedeutung. Vorteil: Maximale Flexibilität und Eignung für vollautomatisierte EDV-Systeme.
  • Verbundnummern: Eine Kombination aus beiden Welten, oft genutzt in modernen ERP-Systemen.

3. Digitale Erfassung

In der Praxis wird die Artikelnummer selten manuell eingetippt. Sie ist die Basis für optoelektronische Datenträger wie Barcodes (EAN-13, Code 128) oder zweidimensionale QR-Codes sowie für die Funkidentifikation mittels RFID.

Praxis-Relevanz: Warum die Artikelnummer für die Logistik wichtig ist

Für Speditionen, Lagerhalter und E-Commerce-Händler ist eine saubere Artikelnummer-Struktur die Basis für Effizienz und Fehlervermeidung.

Strategische Vorteile einer sauberen Struktur:

  • Eindeutigkeit im Lager: Verwechslungen beim Kommissionieren werden minimiert, was die Retourenquote senkt.
  • Echtzeit-Inventur: Durch das Scannen der Artikelnummer bei jedem Waren-Ein- und Ausgang ist der aktuelle Lagerbestand jederzeit exakt bekannt.
  • Rückverfolgbarkeit (Traceability): Insbesondere in der Lebensmittel- oder Pharmalogistik ist die Verknüpfung der Artikelnummer mit Chargennummern oder MHDs gesetzlich vorgeschrieben, um im Ernstfall gezielte Rückrufe durchzuführen.
  • Automatisierung: Automatische Lagersysteme (wie das AKL) steuern die Einlagerung basierend auf der Artikelnummer und den hinterlegten Stammdaten (Gewicht, Maße, Gefahrgutklasse).

Herausforderungen

Die größte Schwierigkeit liegt in der Harmonisierung. Wenn ein Logistiker für verschiedene Kunden arbeitet, die alle eigene Nummernsysteme nutzen, muss das Lagerverwaltungssystem (LVS) in der Lage sein, diese verschiedenen "Sprachen" über Mapping-Tabellen zu übersetzen.

Fazit

Die Artikelnummer ist das kleinste, aber wichtigste Rädchen im Getriebe der Materialwirtschaft. Sie ist die Voraussetzung für die Digitalisierung der Logistik. Ein klug gewähltes Nummernsystem steigert die Prozessgeschwindigkeit, senkt die Fehlerkosten und bildet die Grundlage für eine transparente Supply Chain. Unternehmen sollten daher großen Wert auf eine skalierbare und standardisierte Artikel-Identifikation legen, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

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