Unter einer Fehlmenge versteht man in der Logistik die Differenz zwischen dem im System dokumentierten Soll-Bestand und dem tatsächlich physisch vorhandenen Ist-Bestand eines Artikels. Ist der physische Bestand niedriger als der systemseitig gebuchte, spricht man von einem Fehlbestand. In der Logistikkette des Jahres 2026 sind Fehlmengen ein kritischer Störfaktor, der zu Lieferverzögerungen, Produktionsstillständen und unzufriedenen Kunden führt. Eine präzise Fehlmengenanalyse ist daher ein Kernbestandteil des modernen Qualitätsmanagements in der Supply Chain.
Fehlmengen entstehen selten durch einen einzelnen Faktor, sondern sind meist das Ergebnis von Prozessschwächen an verschiedenen Schnittstellen:
Um Fehlmengen zu identifizieren, ist eine regelmäßige und systematische Überprüfung der Bestände unerlässlich:
1. Permanente InventurAnstatt einmal im Jahr alles zu zählen, werden die Bestände laufend (z. B. bei jedem Nulldurchgang eines Lagerplatzes) kontrolliert. Dies ermöglicht eine sofortige Korrektur in der Transportplanung.
2. StichprobeninventurDurch statistische Verfahren werden ausgewählte Lagerplätze geprüft. Stimmen diese, kann auf die Genauigkeit des Gesamtbestands geschlossen werden.
3. Cycle CountingBesonders wertvolle oder fehleranfällige Artikel (A-Artikel) werden in kurzen Zyklen gezählt, während unkritische C-Artikel seltener geprüft werden.
Die Minimierung von Fehlmengen steigert die Lieferfähigkeit und senkt die Prozesskosten nachhaltig:
Im Jahr 2026 unterstützen intelligente Algorithmen die Bestandsgenauigkeit:
Wichtiger Hinweis: Fehlmengen verursachen nicht nur Fehlverkaufskosten. Sie führen auch zu "Phantom-Beständen", durch die das System keine Nachbestellungen auslöst, obwohl das Regal bereits leer ist – ein Teufelskreis für die Warenverfügbarkeit.
Die Fehlmenge ist ein Warnsignal für ineffiziente Prozesse. Eine konsequente Digitalisierung der Erfassungsschritte und eine Kultur der sofortigen Fehlerkorrektur sind entscheidend. Unternehmen, die ihre Fehlmengen im Griff haben, profitieren von einer höheren Liquidität (weniger totes Kapital durch Überbestände) und einer exzellenten Liefertreue in ihrer gesamten Logistikkette.