Fachartikel: Materialfluss – Der Puls der Logistik
Der Materialfluss bezeichnet die Verkettung aller Vorgänge beim Gewinnnen, Be- und Verarbeiten sowie dem Verteilen von Stoffen innerhalb festgelegter Bereiche. Er umfasst den Transport, das Lagern, das Prüfen und das Handhaben von Gütern. In der Intralogistik des Jahres 2026 ist ein perfekt abgestimmter Materialfluss das Rückgrat jedes effizienten Supply Chain Managements, da er die Durchlaufzeiten bestimmt und die Produktivität des gesamten Standorts definiert.
Komponenten des Materialflusses
Ein moderner Materialfluss setzt sich aus drei Hauptkomponenten zusammen:
- Transportmittel: Physische Träger der Bewegung, wie Förderbänder, Gabelstapler oder fahrerlose Transportsysteme (FTS).
- Lager- und Pufferstationen: Orte der Verweildauer, etwa in der Hochregaltechnik oder in Bereitstellungszonen für die Heckbeladung.
- Informationsfluss: Die digitale Steuerung, die jedem physischen Schritt vorausgeht oder ihn begleitet (z. B. über ein Warehouse Management System).
Steuerung des Materialflusses
Die Steuerung sorgt dafür, dass die richtigen Güter zur richtigen Zeit am richtigen Ort ankommen. Hierbei werden zwei grundlegende Steuerungsphilosophien unterschieden:
- Push-Prinzip: Der Materialfluss wird zentral geplant und "drückt" die Ware basierend auf Prognosen durch die Kette.
- Pull-Prinzip (Hol-Prinzip): Ein nachgelagerter Prozess (z. B. der Versand) fordert Material an, wodurch der Fluss erst ausgelöst wird. Dies minimiert Bestände und ist ein Kernaspekt des Lean Managements.
Die operative Umsetzung erfolgt heute über die Leitweglenkung, die dynamisch entscheidet, welchen Pfad eine Ladeeinheit durch das Lager nimmt, um Staus zu vermeiden.
Methoden zur Optimierung
Um den Materialfluss effizienter zu gestalten, setzen Unternehmen 2026 auf folgende Strategien:
- Engpass-Analyse (Theory of Constraints): Identifikation der schwächsten Stelle im Fluss, die den Gesamtdurchsatz begrenzt.
- Wegeminimierung: Durch eine intelligente Platzierung von Schnelldrehern (ABC-Analyse) werden Fahrwege reduziert.
- Automatisierung: Ersatz manueller Handhabung durch Roboter oder Shuttles, um die Geschwindigkeit und Konstanz des Flusses zu erhöhen.
- Synchronisation: Abstimmung der Taktzeiten zwischen Produktion, Lager und Transportplanung, um Pufferbestände zu eliminieren.
Praxis-Relevanz 2026: Der autonome Materialfluss
Im Jahr 2026 hat sich der Materialfluss durch technologische Innovationen radikal gewandelt:
- Schwarmintelligenz: Autonome Transportroboter kommunizieren 2026 untereinander, um den Materialfluss dezentral zu optimieren, ohne auf Anweisungen eines Zentralrechners warten zu müssen.
- Echtzeit-Transparenz: Durch lückenlose Identifizierungssysteme (RFID, IoT) ist jede Bewegung im Materialfluss in Echtzeit im digitalen Zwilling des Lagers sichtbar.
- Predictive Flow: KI-Modelle prognostizieren 2026 Materialbedarfe, bevor sie entstehen, und setzen den Fluss proaktiv in Bewegung.
- Green Logistics Integration: Die Optimierung des Materialflusses erfolgt 2026 auch nach energetischen Gesichtspunkten, um den Stromverbrauch von Förderanlagen und Robotern zu minimieren.
Experten-Tipp: Ein stockender Materialfluss ist oft das Symptom eines schlechten Informationsflusses. Prüfen Sie bei Verzögerungen zuerst, ob die Datenübertragung zwischen Ihrem WMS und den Steuerungssystemen (SPS) der Fördertechnik reibungslos funktioniert.
Fazit
Der Materialfluss ist weit mehr als nur das Bewegen von Kisten. Er ist ein komplexes Zusammenspiel aus Mechanik, Sensorik und Software. Wer seinen Materialfluss im Jahr 2026 beherrscht und kontinuierlich optimiert, steigert nicht nur seine Lieferfähigkeit, sondern senkt massiv seine operativen Kosten innerhalb der gesamten Logistikkette.